Editorial / Kommentar Ausgabe 175

von der Redaktion

Magazin "der rechte rand" Ausgabe 173 - November / Dezember 2018

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Massaker in Kirchen und Synagogen, Fahrzeugattacken auf DemonstrantInnen, Briefbomben gegen politische GegnerInnen, Massenschlägereien auf der Straße und Neonazis, die zum Umsturz aufrufen. Das ist die Realität in den USA. Terror von Rechts ist in diesem Land ebenso wenig neu wie in Europa. Erinnert sei an das Attentat von Oklahoma City 1995: Timothy McVeigh hatte damals mit einer Bombe 168 Menschen ermordet. Und dennoch gibt es gegenwärtig einen entscheidenden Faktor, der den weißen Wahn legitimiert und die rechte Gewaltspirale befeuert. Der amtierende Präsident Donald J. Trump hatte einen rassistischen Wahlkampf geführt und seine UnterstützerInnen wie »Fox News«, extrem rechte ThinkTanks und Blogger wie Alex Jones verbreiteten seine Hetze. Nun geht Trumps zweites Amtsjahr zu Ende und der US-Präsident und seine Verbündeten befinden sich noch immer – oder schon wieder – im Wahlkampfmodus. Die extreme Rechte – ganz gleich welches Spektrum – kennt keinen anderen als den politischen Ausnahmezustand, den sie stets herbeisehnt. Die FeministInnen und UmweltschützerInnen, die »Gutmenschen« – in den USA als »Social Justice Warriors« verunglimpft – People of Color, Jüdinnen und Juden und Muslime sowie MigrantInnen, Medien und der demokratische Staat; sie alle stehen im Fadenkreuz von Trump und seinem Gefolge. Dass sie den Worten Taten folgen lassen, haben die Ereignisse schmerzlich gezeigt. Unser Mitgefühl und unsere unsere Solidarität gelten all den Opfern und Angehörigen dieser faschistischen Gewalt.

Magazin der rechte rand

© Mark Mühlhaus / attenzione

Und es gilt angesichts dieser Hetze und Gewalt sich nicht klein zu machen, sondern die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen. Zwar konnten die »Republikaner« bei den sogenannten Midterm-Wahlen die Mehrheit im Senat behaupten. Bei den Kongresswahlen verloren sie ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, die »Demokraten« gewannen 27 Sitze hinzu. Gewonnen haben gerade auch jene, die sonst Zielscheibe der Angriffe von Rechts sind. Frauen, Lesben, Schwule, Menschen mit Migrationshintergrund und -geschichte, Muslimas und Indigene. Ein Hoffnungsschimmer.

Eure Redaktion