der rechte rand

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Druckzeitpunkt: 30.05.2024, 22:20:31

RECHERCHE. ANALYSE. PERSPEKTIVE.

Das antifaschistische Magazin

Antifa Magazin der rechte rand
Antifa Magazin der rechte rand

Ausgabe Juli | August
2023

Keine #FakeNews

Antifa Magazin der rechte rand

Ausgabe Nov | Dez
2023

#Antisemitismus

Antifa Magazin der rechte rand

Ausgabe Jan | Feb
2024

#NieWiederIstJetzt

Aktuelle Artikel

Am 29. Mai 2023 jährt sich der rassistische Brandanschlag auf das Wohnhaus der Familie Genç in Solingen zum 30. Mal. Fünf Frauen und Mädchen starben in den Flammen oder bei ihrem verzweifelten Sprung aus dem Fenster.

Intro Solingen

#Niederlande

»Das niederländische Volk hat gesprochen«, sagte Geert Wilders nach dem Wahlsieg der »Partij voor de Vrijheid« (»Partei für die Freiheit«, PVV) im November 2023. Mit 23,5 Prozent wurde die PVV die stärkste Partei. »Rechts-Rutsch in Holland!«, titelte Bild in Deutschland.

Anti-Einwanderungspartei PVV gewinnt Wahlen

#EuropaWahl

Karte zu Europawahlergebnissen 2019 in den Mitgliedsstaaten

Rechtsaußen in Europa

#Niekisch

Sein politischer Werdegang ist schillernd. Der Nationalbolschewist Ernst Niekisch, präfaschistischer Vordenker der extremen Rechten der Weimarer Republik, saß während der NS-Zeit im Zuchthaus Brandenburg in Einzelhaft und war Mitbegründer der VVN. Eine historische Figur des Querfront-Gedankens.

Wanderer nach rechts

#USA

Bisher weitgehend unbemerkt von einer kritischen Öffentlichkeit ist in Europa mit »ADF International« ein Ableger der antifeministischen »Alliance Defending Freedom« aus den USA aktiv.

Antifeministische Anwält*innen-Organisation

#Rassismus

Das rechte Narrativ der »Clan-Kriminalität« ist rassistische Stimmungsmache auf dem Rücken Unschuldiger. Nicht nur die AfD und die radikale Rechte nutzen das Thema, um Stimmen am rechten Rand zu gewinnen.

Mythos »Clan-Kriminalität«

Verbote & Verfahren

Verbote & Verfahren

#Argentinien
In Argentinien regiert seit Ende 2023 der Ökonom Javier Milei. Wie rechts ist er?

Ein rechtsradikaler Präsident?

Enough is enough. Genug ist genug.

Intro Antifa-Magazin 207 – März | April 2024

INTRO

Ausgabe #207
März | April
2024

von der Redaktion
des antifaschistischen
Magazins

Liebe Leser*innen,

Enough is enough. Genug ist genug. In den vergangenen Wochen sind bundesweit über vier Millionen Menschen in Groß- und Kleinstädten gegen die AfD auf die Straße gegangen. Die Botschaft: Es reicht! Die selbsternannte Alternative darf nicht weiter als rechtspopulistisch verharmlost und ihr Programm muss endlich ernst genommen werden. Den Wähler*innen sollte auch nicht weiter mit viel Verständnis entgegengekommen, sondern mit klaren Einordnungen entgegengetreten werden. Wer die extreme Rechte wählt, wählt die extreme Rechte.

Das Bekanntwerden des Treffens in Potsdam, wo sich AfD-Funktionsträger*innen, CDU-Mitglieder und Unternehmer*innen mit »dem« Kader der »Identitären Bewegung«, Martin Sellner, über »Remigration« austauschten, erschütterte Menschen der unterschiedlichsten Milieus. Sie drängten auf die Straße, weil für sie sichtbar wurde, welche Konsequenzen die Erfolge der AfD für diese Republik haben werden. Sie befürchten, dass die Landtagswahlen im Osten gravierende Folgen haben werden. Vor allem, wenn die CDU die Regierungsmacht halten oder übernehmen will, wie auch immer unterstützt durch die AfD – sei es nur durch Tolerierung ohne vermeintliche Absprache. Die brüchige Brandmauer könnte gänzlich niedergerissen werden. Nach 91 Jahren könnten erneut extrem Rechte in Deutschland direkt im Parlament die Politik bestimmen.

Viele Demonstrierende sehen die Demokratie deshalb massiv gefährdet. Ihnen, uns, wird gewahr, dass diese liberale Demokratie – trotz aller sozial-selektierender Verwerfungen und ausgrenzender Machtmechanismen – gegen reaktionäre Widerstände erst immer erkämpft und nun verteidigt werden muss. Nichts haben die jeweils Herrschenden ohne anhaltenden Kampf zugelassen, Macht und Einfluss freiwillig abgegeben. Kein Tarif- und kein Selbstbestimmungsrecht. Die Freiheiten dieser Republik wurden erstritten und errungen. Ein Kampf für Emanzipation, Liberalität und Diversität, für den Menschen verfolgt, gefoltert, misshandelt, vergewaltigt und ermordet wurden und noch immer werden. Die Geschichtsvergessenheit dieser Kämpfe offenbart auch Machtverhältnisse. Dass sie oft zum Tanzen gebracht wurden, beweist das stets Veränderbare.

Die heute mehr denn je gebotenen sozial-ökonomischen Veränderungen will nicht nur die AfD verhindern. Wenn also Personen oder Parteien der AfD entgegentreten, verdienen sie Unterstützung und keinen Gegenwind. Ein Minimalkonsens, bei dem SPD und Grüne, CDU und FDP auch Kritik an ihrer Politik ertragen sollten. Und Achtung, Trigger-Warnung: Ein noch so linker Redebeitrag würde leider nicht den nötigen Druck erzeugen, ein konservativer Beitrag würde wahrscheinlich mehr Wucht haben. Die Rede von Armin Laschet, Ex-CDU-Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfallen, in Aachen hallt nach: »Man kann sagen: Na ja, so schlimm wird das nicht werden.«  Aber das hätten die Menschen 1932 auch gedacht, nach zwei Monaten war die Republik ausgehöhlt. Antidemokraten dürften »keine staatlichen Funktionen« bekommen, betonte der CDU-Politiker und: »Sie werden sie nutzen, um die Demokratie zu beseitigen.« Der massive zivilgesellschaftliche Druck wirkt auf die politisch Zuständigen – und das ist gut so.

Eure Redaktion

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