der rechte rand

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Druckzeitpunkt: 29.11.2020, 22:15:51

RECHERCHE. ANALYSE. PERSPEKTIVE.

Das antifaschistische Magazin #wirunterlassennicht

antifa Magazin der rechte rand

Das IfS. Faschist*innen des 21. Jahrhunderts

Einblicke in 20 Jahre »Institut für Staatspolitik«

184 Seiten | zahlreiche Fotos | 2020 | EUR 12.80

Antifa Magazin der rechte rand

Ausgabe Juli / August 2020

#blacklivesmatter

Antifa Magazin der rechte rand

Ausgabe September / Oktober

#verschwörungsideologie

Aktuelle Artikel

#AntifaMagazin zum hören

Kommentar Editorial

von der Redaktion
des antifaschistischen
Magazins

Liebe Leser*innen,

hierzulande haben in den letzten Monaten vor allem die sogenannten »Corona-Demonstrationen« erschreckt. Dass bis zu 40.000 einträchtig Seite an Seite mit Neofaschist*innen demonstrieren, ist eine neue Dimension in der Bundesrepublik. Die Massenbewegung, wie es sich ein Björn Höcke wünscht, ist dies zwar noch nicht, die 15 Prozent der Bevölkerung, die nationalistisch-autoritäre Weltsichten vertreten, spiegelt der Berliner Aufmarsch der »Corona-Leugner« am 29. August allemal wider. Mitunter sogar jenes Drittel der Bevölkerung, das laut Umfragen für Verschwörungserzählungen anfällig ist. Diese Bürger*innen bilden das Potential für ein neues, erweitertes PEGIDA 2.0. Stand die »neue Rechte« in Dresden noch mit an der Spitze, sieht sie sich nun in der Position der Radikalisierungsverstärker in zweiter Reihe. Ob das der Strategenrunde von »Alternative für Deutschland«, Institut für Staatspolitik« und »Identitären« gefällt, ist noch nicht abschließend ausdiskutiert. Während Höcke und Martin Sellner das Berliner Bild mitgestalteten, blieb Götz Kubitschek dem braun-bunten Spektakel fern. Ihre Statements wechseln wöchentlich zwischen nationalrevolutionären Umsturzphantastereien und ideologischer Abgrenzung. Denn ganz geheuer scheint ihnen der Bund mit Esoteriker*innen und Querfrontler*innen jeder Couleur nicht zu sein. Weniger wegen moralischer Bauchschmerzen, sondern aufgrund der Frage, ob diese für eine neurechte, konservative Revolution überhaupt taugen.

Antifa Magazin der rechte rand

Wenn jede Maske gefallen ist …
© Mark Mühlhaus / attenzione

Umgekehrt ist die Liaison ähnlich motiviert. Die »Querdenken«-Bewegung mit ihrer Hochburg in Südwestdeutschland hat zwar keinerlei Berührungsängste mit Rechtsaußen und formuliert dies auch so: Die Bundesregierung sei die größere Gefahr für die Demokratie als die extreme Rechte. Aber zugleich zeugt der offene Clinch zwischen »Volkslehrer« Nikolai Nerling und »Querdenken«-Chef Michael Ballweg stellvertretend vom instrumentellen Verhältnis beider Szenen. Die kommenden großen »Corona-Leugner«-Kundgebungen und Märsche werden Aufschluss darüber geben, ob dieser Schulterschluss in der Mobilisierung seine Halbwertszeit bereits überschritten hat, oder ob sich ihr wechselseitiger Opportunismus verstetigt.

Für die »Alternative für Deutschland« gibt es angesichts sinkender Umfragewerte eigentlich keine andere Wahl, als sich weiter als Versteherin der Verschwörungsideolog*innen und Wutbürger*innen anzubiedern. Den »Reichsbürgern« und Nazi-Hooligans könnte der »ungefestigte« Wanderzirkus trotz bildgewaltigen und symbolträchtigen Treppensturm des Reichstags zu wenig militantes Potential haben. Und die Alternativen Querfrontler*innen geben sich im Zweifel als Opfer aller Seiten.

Das heißt für uns als Antifaschist*innen, ihre weichgespülten Fassaden zu durchdringen, um sie als das zu entlarven was sie sind: quergebürstete Nationalist*innen und Antisemit*innen.
Seit Jahren, genauer gesagt seit über 20 Jahren beobachten und entlarven wir auch die Machenschaften vom »Institut für Staatspolitik« aus Schnellroda. Sammeln Informationen über den Verein, den »Antaios Verlag« und die Zeitschrift »Sezession«. Wir analysieren in neuen und schon gedruckten Texten so den Werdegang und Spaltungen der »Neuen Rechten« in Deutschland. Unsere Recherche und unsere Analyse zum Projekt der Faschist*innen im 21. Jahrhundert veröffentlichen wir als antifaschistisches Magazin nun in unserem ersten Buch, das im Oktober erscheint.

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Schwerpunkte sind Sammlungen von Artikeln und Ausgaben zu einem Themenkomplex.

Seit 1989 erscheint »der rechte rand« alle zwei Monate. Wir berichten über rechte Parteien, Kameradschaften, rechte Think Tanks, Webportale, Magazine und Verlage, Musikbands und Label, Aufmärsche und Tagungen, Themen und Kampagnen – in der Bundesrepublik sowie international. Fundierte und prägnante Recherchen und Analysen lenken die Aufmerksamkeit auch auf unterbelichtete oder ausgeblendete Aspekte. Das Magazin zeigt, wie der rechte Rand gesellschaftlich verankert ist und an Themen der gesellschaftlichen ‚Mitte’ anknüpft. Für unser Magazin schreiben Aktive aus antifaschistischen Gruppen, Journalist*innen und Wissenschaftler*innen. Unsere Autor*innen beobachten Aufmärsche aus der Nähe, berichten aus geschlossenen Veranstaltungen der rechten Szene, werten Flugblätter und Zeitschriften aus. Unsere Autor*innen sind Expert*innen und beschäftigten sich seit Jahren mit dem Thema.

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