der rechte rand

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Druckzeitpunkt: 15.11.2023, 08:47:32

RECHERCHE. ANALYSE. PERSPEKTIVE.

Das antifaschistische Magazin

Antifa Magazin der rechte rand

Aktuelle Artikel

#100JahreHitlerPutsch

Vor 100 Jahren putschten in München Nazis, Militärs und Reaktionäre.

Putsch aus »vaterländischem Geist«

#Kommunalpolitik

In Frankfurt am Main sorgt die Ernennung des Kommunalpolitikers und Mitglieds der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Feyyaz Çetiner, zum Koordinator für die »AG Freund*innen des jüdischen Lebens« im Kreisverband der Grünen wegen seiner bisherigen Kontakte zu türkischen Faschist*innen für Kritik. Dabei ist er nicht der Einzige in der lokalen »Kommunalen Ausländervertretung« mit Verbindungen zur extremen Rechten. Der Fall steht exemplarisch für eine mangelnde bundesweite Auseinandersetzung mit diesem Thema.

»Menschen lernen aus Fehlern ihrer Jugend«

#Musik

Die RechtsRock-Szene war jahrzehntelang eine der bedeutendsten Säulen des Neonazismus in der BRD.

»Andere kulturelle Spielfelder eröffnen«

#Esoterik

»Da kommen Rechts und Links zusammen«, so oder so ähnlich lautete 2020 so manche Einordnung verschwörungsideologischer Aufmärsche. Besonders die Präsenz von Esoteriker*innen sorgte für Irritationen. Dabei gab es schon vor Corona zahlreiche Verflechtungen zwischen Esoterik, Verschwörungsideologien und die extreme Rechte.

»Nicht rechts, nicht links, sondern spirituell?«

#Höcke
Ein Portrait

Spätberufener Faschist

#Hanau

Das Hanau-Attentat hat 2020 bundesweit für große Bestürzung gesorgt. Ein Untersuchungsausschuss sollte insbesondere den Polizeieinsatz aufklären. Aber das Parlament ist seiner Verantwortung nicht gerecht geworden.

Staatliches Organisationsversagen

#Prozess

In Eisenach konnte sich seit 2013 eine neonazistische Jugendgruppe entwickeln, die vor Ort einen »Nazi-Kiez« errichten wollte und in internationale Terrornetzwerke eingebunden war. Nun soll einem Teil der Gruppe der Prozess gemacht werden.

»Knockout 51« – »Nazi-Kiez« und Terrornetzwerke

#Finanzierung

Das meiste Geld für die rechtsradikale AfD kommt vom Staat. Mit Millionen Steuer-Euros bezahlt die Gesellschaft der Partei ihre Arbeit, die Demokratie abzuschaffen und Rassismus zu verbreiten. Dazu kommen weitere Millionen für die Fraktionen.

Staatlich subventionierte Hetze

#Kaderschmieden

Mit dem »Mathias Corvinus Collegium« und dem zugehörigen »Deutsch-Ungarischen Institut« verfolgt die ungarische Regierung auch außenpolitische Ziele, welche die politische Rechte in Europa adressieren.

Ungarn: Schützenhilfe für deutsche Rechtskonservative

INTRO

Ausgabe #204
September | Oktober
2023

von der Redaktion
des antifaschistischen
Magazins

Liebe Leser*innen,

Aiwanger, Merz, Söder. Drei Namen, drei Männer, die in Festzelten mehr als bloß bierselige Herren und Damen im markigen Jargon mit populären Ressentiments unterhalten wollten. Kein Satz war nur so gefallen, kein Wort nur mal so gesagt. Die Herren der Unionsparteien und von den »Freien Wählern« wissen, was sie wo und wann sagen. Aiwanger verkündete »reinen Gewissens« zu sein, Merz versicherte: »Nicht Kreuzberg ist Deutschland, Gillamoos ist Deutschland.« Söder wiederum ist der Auffassung, dass die Grünen »mit ihrem Weltbild nicht zu Bayern« passen und versprach, dass es aufgrund dessen »keine Grünen in der Staatsregierung geben« werde. Der eine erklärt sich zum Opfer einer Schmutzkampagne – nur wegen eines alten Flugblatts –, der andere erhebt die Bierzeltkultur zur deutschen Leitkultur und der dritte markiert weltanschauliche Feinde. Auf dem Volksfest im bayrischen Abensberg, dem Gillamoos, befeuerten die führenden Politiker alle Volksstimmungen zwischen »Schluss mit dem Erinnerungskult« über »Ende der Einwanderung« bis hin zum »Nein zur Meinungsdiktatur, zu Gender- und Klimawahn«. In der bayrischen Provinz dürften diese Volkstribune die bundesdeutschen Koordinaten verschoben haben. Das »Muss-man-doch-sagen-dürfen« wird geadelt und das »Jetzt-ist-aber-mal-genug« scheint der neue Ton zu werden – mehr und mehr. In diesem Duktus wird sich gleich als »Rebell« oder »Volksmeinungsvertreter« inszeniert. Dass knapp vier Wochen vor der bayerischen Landtagswahl ein antisemitisches Flugblatt von vor dreißig Jahren aus dem Hause Aiwanger ein öffentliches Thema wird, erscheint da beinahe als respektlose Unverschämtheit. Eine »Jugendsünde« halt, und verzeihlich, für die sich auch nicht wirklich entschuldigt werden muss. Denn solch »Sünden« in der Jugend, die machen doch alle. Eine Entpolitisierung, die in eine Entschuldung mündet, eine deutsche Tradition – eine lange und offensichtlich wiederkehrende. Dass bei Jugendsünde Assoziationen von vor allem männlichen Verhalten geweckt werden, spiegelt die patriarchalische Wirklichkeit.

Mit dem Festhalten an Hubert Aiwanger um der Macht willen und mit dem Ausgrenzen Kreuzbergs mit Blick auf einen Machtwechsel haben der CSU-Landesvater und der CDU-Bundeschef die sogenannte Brandmauer weiter eingerissen. Es ist jener radikalisierte Konservatismus, der eine liberale Demokratie gefährdet – und auch die konservativen Parteien selbst. Der fortwährende Rechtsruck findet eben nicht bloß im Osten statt. Im Süden gewinnen die »Freien Wähler« bei Umfragen im Vergleich zu den Wahlergebnissen von 2018 drei Punkte hinzu und kommen nun auf 15 Prozent und die AfD vergrößert sich um vier Punkte und erreicht damit 14 Prozent. Die CSU liegt mit 37,6 Prozent deutlich unter der selbst gesteckten Marke von 40 Prozent. Die »Freien Wähler« und die AfD kommen zusammen auf fast 30 Prozent – wie die AfD in Sachsen.

Mauern hochzuziehen könnte auch bedeuten, Geldwege zu kappen. So waren es 2021 fast 25 Millionen Euro, die die AfD 2021 aus der Staatskasse erhielt.

Eure Redaktion

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