der rechte rand

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Druckzeitpunkt: 01.07.2022, 11:27:30

RECHERCHE. ANALYSE. PERSPEKTIVE.

Das antifaschistische Magazin

Antifa Magazin der rechte rand

Aktuelle Artikel

#Wandern

In Teilen der politischen Rechten manifestiert sich seit ein paar Jahren neben Kampfsport, Demonstrationen und Konzerten ein weiterer Bestandteil in deren Lebenswelt: Wandern. Doch was für die meisten Menschen eher eine Auszeit aus dem stressigen Alltag bedeutet, ist für die Kamerad*innen ein Mittel zum Stählen von Körper und Geist.

Naturerlebnis statt Moderne

#Razzien

»Größte Razzia gegen Rechtsextreme seit 1945: Welche Orte in Baden-Württemberg betroffen sind«. So informierte der Südkurier am 6. April 2022 seine Leser*innen über an diesem Tag stattfindende Durchsuchungen gegen landesweit bekannte Neonazis.

Nazi-Netzwerke

#USA

Die Bestrebungen von Donald Trump nach der Präsidentschaftswahl 2020 an der Macht zu bleiben, gipfelten im Angriff auf den Kongress am 6. Januar 2021. Seitdem stehen militante rechte Gruppen im Fokus der Strafverfolgungsbehörden. Gegen mehr als 800 Personen wurde Anklage erhoben, darunter die Anführer der »Proud Boys« und »Oath Keepers«. Auch Abgeordneten drohen rechtliche Konsequenzen.

Nach dem Putschversuch

#AfD

Auch wenn die »Alternative für Deutschland« (AfD) in den außenpolitischen Diskussionen hierzulande keine Rolle spielt, ist festzustellen, dass der Überfall Russlands auf die benachbarte Ukraine am 24. Februar 2022 die Partei unter Spannung setzt.

Die AfD und der Russland-Ukraine-Krieg

#Niedersachsen

Die rechtsradikale AfD ist in Niedersachsen seit Jahren tief zerstritten und hat keine landespolitische Ausstrahlung. Dennoch könnte sie im Oktober wieder in den Landtag einziehen.

Zerstrittene Partei

#Satire

Lisa Fitz, Lisa Eckhart und Uwe Steimle gelten in ihrer Funktion als vollkommen un-antisemitische und un-rassistische Komiker*innen gleichzeitig als Kronzeugen für eine »Cancel Culture«, die angeblich in Deutschland ihr Unwesen treibe.

»Cancel Culture« im Kulturbetrieb?

#Homosexualität

Die Verfolgung männlicher und die Negation weiblicher Homosexualität waren lange Zeit Konsens in der bundesdeutschen Gesellschaft wie auch in der extremen Rechten. 1994 wurde der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches endgültig gestrichen, 2001 wurde die eingetragene Lebenspartnerschaft eingeführt und 2017 die Ehe für homosexuelle Paare erlaubt.

AfD: Heteronormativ statt homofeindlich

#Intro

Spaziergänger
Reichsbürger
Putin-Fans …

INTRO – »nicht zuzuordnen«

#AntifaMagazin zum hören

INTRO

Ausgabe #196
Juni
2022

von der Redaktion
des antifaschistischen
Magazins

Liebe Leser*innen,

am 10. Mai gab das Bundesministerium des Innern die Zahlen der politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2021 bekannt – mit 55.038 Delikten der höchste Wert seit 2001. Im Vergleich zu 2020 ist das ein Anstieg um 23,17 Prozent. Während 21.964 Taten als rechts eingestuft worden sind, wurden mit 21.339 fast genauso viele Taten erfasst, die laut der Behörde »nicht zuzuordnen« sind. Welchen Sinn hat eine Statistik zur Aufschlüsselung der PMK, wenn mehr als ein Drittel angeblich nicht zugeordnet werden kann? Hier finden sich vor allem Straftaten, die sich im Kontext der Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen ereigneten. Und viele dieser Fälle müssten als PMK rechts gelistet werden, da ihnen klassisch rechte Ideologieelemente zugrunde liegen. Fehlt es den Behörden an Willen oder Kompetenz, rechte Bestrebungen als solche zu erkennen? Zumindest sind sie nicht in der Lage, die »Gefahr der radikalisierten Corona-Leugner*innen« richtig zu benennen. Während die Behörden nach über zwei Jahren Pandemie noch immer nicht so recht wissen (wollen), wie sie mit dem »Querdenken«-Spektrum umgehen sollen, führen Rechte mancherorts die Proteste an und sehnen sich nach einem Volksaufstand. Für große Verwunderung sorgte Xavier Naidoo Ende April mit einem kurzen Videostatement, in dem er sich von verschwörungsideologischen und antisemitischen Deutungen und Gruppierungen distanzierte. Ein Ausstieg? Weshalb das zu kurz greift, wird in dem Kommentar von David Begrich »Ausstieg oder Selbstvermarktung?« begründet.

Fast fließend gehen die Proteste gegen Pandemie-Schutzmaßnahmen in eine Unterstützung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin über. Auch hier spielen verschwörungsideologische Argumentationsmuster eine Rolle und auch hier versuchen sich rechte Netzwerke als Stichwortgeber*innen, wie ein Blick in das »Compact«-Magazin verdeutlicht. Um seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu legitimieren, spricht Putin von einer notwendigen »Entnazifizierung« der Ukraine und von einem drohenden »Genozid« an der russischen Bevölkerung, der abzuwenden sei. Putin, ein aufrechter Antifaschist? Mitnichten, wie Volkmar Wölk in seinem Artikel »Putins ideologisches Inventar« feststellt.

Doch deutsche Neonazis kämpfen seit 2014 nicht nur an der Seite Russlands in den besetzten Gebieten Donbas und Luhansk, sondern auch auf Seiten der Ukraine. Einblicke in die politische Motivation und Rekrutierung deutscher Neonazis geben Martina Renner und Matthias Jakubowski. Den Krieg Russlands gegen die Ukraine abzulehnen suggeriert die »Alternative für Deutschland« (AfD) wenig glaubwürdig. Hatte die Partei in den letzten Jahren mit ihren »wohlwollenden Besuchen« in Moskau dort einen Partner für ihre politischen Ansichten gefunden. Welche Positionen extrem rechte Parteien in Europa zum Krieg vertreten, beleuchtet Ulrich Schneider.

Ein Blick in die rechte Szene in Deutschland zeigt, wie sich diese immer wieder versucht, auch regional neu zu konstituieren. Das wird an den »Freien Sachsen« deutlich. Die neonazistischen Aufmärsche am 1. Mai in Zwickau, Erfurt und Dortmund offenbaren, wie zersplittert die Szene ist. Doch dies darf nicht über die von Neonazis ausgehende Gefahr hinwegtäuschen: Anfang April fanden Razzien in elf Bundesländern gegen 46 Beschuldigte aus vier neonazistischen Gruppierungen statt. Doch Rechte tummeln sich nicht nur auf Aufmärschen, sind Teil von rechtsterroristischen Netzwerken, gehen auf Konzerte und betreiben Kampfsport. Zu ihrer Lebenswelt gehört auch das Wandern, um den Körper und den Geist zu stählen, wie Timo Büchner herausstellt.

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Schwerpunkte sind Sammlungen von Artikeln und Ausgaben zu einem Themenkomplex.

Seit 1989 erscheint »der rechte rand« alle zwei Monate. Wir berichten über rechte Parteien, Kameradschaften, rechte Think Tanks, Webportale, Magazine und Verlage, Musikbands und Label, Aufmärsche und Tagungen, Themen und Kampagnen – in der Bundesrepublik sowie international. Fundierte und prägnante Recherchen und Analysen lenken die Aufmerksamkeit auch auf unterbelichtete oder ausgeblendete Aspekte. Das Magazin zeigt, wie der rechte Rand gesellschaftlich verankert ist und an Themen der gesellschaftlichen ‚Mitte’ anknüpft. Für unser Magazin schreiben Aktive aus antifaschistischen Gruppen, Journalist*innen und Wissenschaftler*innen. Unsere Autor*innen beobachten Aufmärsche aus der Nähe, berichten aus geschlossenen Veranstaltungen der rechten Szene, werten Flugblätter und Zeitschriften aus. Unsere Autor*innen sind Expert*innen und beschäftigten sich seit Jahren mit dem Thema.

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