der rechte rand

Permalink: http://www.der-rechte-rand.de/ausgaben/ausgabe-163/
Druckzeitpunkt: 23.10.2017, 09:33:12

RECHERCHE. ANALYSE. PERSPEKTIVE.

magazin von und für antifaschistInnen

hetze, Internet, trolle, afd, der rechte rand, afd-im-bundestag

Bis hierher lief´s ganz gut …

Wenn der Wahlerfolg der »Alternative für Deutschland« tatsächlich eine »Zäsur« war, braucht es Konsequenzen. Nur welche?

von Charles Paresse

Aktuelle Artikel

Kommentar
Editorial

von der Redaktion des
antifaschistischen Magazins

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

»Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.« Die Bemerkung, die der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno 1959 machte, scheint auf die heutigen Tage zu passen. Adorno warnte davor, dass in der Bundesrepublik immer noch latente wie offene extrem rechte Einstellungsmuster existierten und er zielte auf das Verdrängen und Negieren der Shoah durch die Deutschen ab, auf das Nicht-Gewusst-Haben und das Nicht-Hinsehen-Wollen während des Nationalsozialismus.
Die Feststellung, dass der Nationalsozialismus in der Gesellschaft weiterlebe, gäbe heute Anlass zu großem Protest und zu der Versicherung, es sei alles überwunden und verarbeitet. Ob das zutrifft, sei dahingestellt. Und ja, es sind hier auch keine NationalsozialistInnen, die den Staat umstürzen wollen und mit Gewalt an die Macht streben, sondern hier passiert etwas anderes – schlimmeres, ginge es nach Adorno. In Deutschland gibt es ein rassistisches und faschistisches Potenzial, das eine Partei wählte, die es allen leicht gemacht hätte, sie nicht zu wählen. Eine Partei, die ihre Inkompetenzen, ihre Zwists um Inhalte und Personalia und ihr wahres Gesicht als durch und durch rassistische Partei mit faschistischen Zügen, nicht deutlicher hätte zur Schau stellen können. Gestört hat es ihre WählerInnen nicht. Genau sie meinte Adorno in seinem Vortrag und fügte hinzu: »Nur darum machen zwielichtige Figuren ihr come back in Machtpositionen, weil die Verhältnisse sie begünstigen.«

Warum und wann extrem rechte Parteien Wahlerfolge feiern und wann nicht, ist in den letzten Jahrzehnten ausführlich untersucht und diskutiert worden. Wie solche Wahlerfolge verhindert werden können, da gehen die Meinungen auseinander. Die Übernahme extrem rechter Position durch bürgerliche Parteien gehört zu den schlechtesten Strategien.

> Antifaschistischer Protest gegen die Wahlparty der AfD in Berlin

Wie befördert man eine extrem rechte Partei wieder aus dem Parlament heraus? Daran werden wir in den nächsten Jahren arbeiten. Als ersten Schritt werden wir die Arbeit der »Alternative für Deutschland« im Bundestag genau beobachten und dokumentieren – in unserem Heft, auf Twitter, Facebook – und auf der Internetseite afd-im-bundestag.de. Eine Normalisierung und Etablierung der »Alternative für Deutschland« im Bundestag und darüber hinaus darf es mit uns nicht geben.

Suchen & Finden

Volltextsuche über alle Inhalte. Sie können zur weiteren Eingrenzung den Suchworten ein Minus „-“ voranstellen, um einzelne Wörter auszuschließen, z.B. „AFD -Petry“ um nach AFD, aber ohne Petry zu suchen.

Schwerpunkte

Schwerpunkte sind Sammlungen von Artikeln und Ausgaben zu einem Themenkomplex.

Seit 1989 erscheint „der rechte rand“ alle zwei Monate. Wir berichten über rechte Parteien, Kameradschaften, rechte Think Tanks, Webportale, Magazine und Verlage, Musikbands und Label, Aufmärsche und Tagungen, Themen und Kampagnen – in der Bundesrepublik sowie international.

Fundierte und prägnante Recherchen und Analysen lenken die Aufmerksamkeit auch auf unterbelichtete oder ausgeblendete Aspekte. Das Magazin zeigt, wie der rechte Rand gesellschaftlich verankert ist und an Themen der gesellschaftlichen ‚Mitte’ anknüpft.

Für unser Magazin schreiben Aktive aus antifaschistischen Gruppen, JournalistInnen und WissenschaftlerInnen. Unsere AutorInnen beobachten Aufmärsche aus der Nähe, berichten aus geschlossenen Veranstaltungen der rechten Szene, werten Flugblätter und Zeitschriften aus.

Unsere AutorInnen sind ExpertInnen und beschäftigten sich seit Jahren mit dem Thema.

ABONNEMENT – der rechte rand, alle zwei Monate nach Hause.

6 Ausgaben pro Jahr: Inlandsabo 21,- Euro, Soli Inland 25,- Euro, Super Soli 50,- Euro, Auslandsabo 35,- Euro.