der rechte rand

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Druckzeitpunkt: 11.04.2026, 04:57:21

Aktuelle News

Kein antifaschistischer Konsens – die Hinwendung zum radikal Autoritären im konservativen Milieu

von Andreas Speit
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 219 - März | April 2026

Ein Interview, eine Rezension. In der »Berliner Zeitung« durfte Götz Kubitschek erklären, das Grundgesetz »wieder gerade biegen« zu wollen. Im »Cicero« wurde die Metapolitik von Benedikt Kaiser auch für die AfD vorgestellt. Kritische Anmerkungen oder Ausführungen fehlen nicht. Die Personen aus dem umbenannten »Institut für Staatspolitik« sind jedoch keine »personae non gratae« mehr. Im konservativen Milieu zwischen Politik, Stiftungen und Feuilleton sind sie bekannt, werden beachtet. Die Positionen erscheinen schon länger diskutabel, das Personal immer mehr satisfaktionsgemäß. Kubitschek, Kaiser und Co. werden in dem von ihnen beklagten »Meinungskorridor« noch mehr Positionen beeinflussen können. Statt »Brandmauern« zu halten, werden, wenn überhaupt, noch »rote Linien« gesucht und »Mitte-Rechts«-Allianzen gefordert.

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Es braucht keine Verschleierungstaktik mehr. Alle wissen, was die AfD ist, was sie will, was sie macht und wozu sie ist. © Mark Mühlhaus / attenzione


In der Mitte der Gesellschaft besteht längst eine tiefe Verunsicherung gegenüber der AfD. Was legal ist, scheint irgendwie auch legitim. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln, im Eilverfahren die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als »gesichert rechtsextremistisch« für nicht zulässig zu halten, verstärkt die Unsicherheit. Die AfD-Wählenden könnte die Entscheidung vom 26. Februar bestärken, das BfV handle politisch motiviert, um die »größte Opposition« zu bekämpfen. Dies ist nicht allein die Argumentation der selbsternannten Alternative. Die Aussicht der AfD, in einzelnen Bundesländern, bis zu 40 Prozent erreichen zu können, sorgt nicht minder für Verwirrungen. Der AfDler kann der Nachbar sein, die AfD-Wählerin die Freundin. Das Bundeskriminalamt stellte – Überraschung – im März fest, »die Offenheit gegenüber autoritären, antisemitischen und demokratiefeindlichen Deutungen« nehme weiter zu. Schon im November vergangenen Jahres offenbarte die Studie »Die angespannte Mitte« um die Herausgeber*innen Andreas Zick, Beate Küppers, Nico Mokros und Marco Edem, dass vor allem der »Graubereich« teils/teils zu rechten Ressentiments anwuchs. Dieses Grau scheint langsam ins Blaue überzugehen. Die Höhe der Stimmenanteile könnte das gesamtdeutsche Phänomen verschleiern. Im Osten liegt die Partei in Prozentangaben fast doppelt so hoch wie im Westen, wo aber deutlich mehr Menschen leben. In Baden-Württemberg haben am 8. März über 18 Prozent die AfD gewählt – eine Millionen Menschen.
Dieses Hin zur Farbe der AfD – auch im reichen »Ländle« – haben all jene Politiker*innen und Politolog*innen, Fernseh­modera­tor*innen und Feuilleton-Autor*innen durch eine Normalisierung der Position rechts von CDU/CSU forciert. All die Influencer*innen und YouTuber*innen mit ähnlichen Meinungen rechts der Union etablieren Partei und Personal. Kein Master­mind wirkt hier alleine, der Mind der Masse wirkt zusammen. Der Jargon der Rechtsverschiebung klingt nicht nur bei den radikal Konservativen weiter an: »Das muss man doch mal sagen dürfen«, »ich habe nichts gegen, aber« oder »so geht es doch nicht weiter«

Zerstörung der Moderne
Die »Furcht vor der Freiheit« durch eine moderne Gesellschaft mit all ihrer Diversität und Pluralität wird zu einer »Angst vor dem Fremden« konstatiert Erich Fromm schon 1941. Diese Abwehr, weiß Eva Illouz in »Explosive Moderne«, kann zu einer Hinwendung zur Nostalgie führen. Früher war alles besser, früher war alles überschaubar. Ausgeblendet wird, dass auch schon »früher« der Widerspruch der Moderne nicht aufgelöst wurde, dass alle Menschen gleiche Rechte und Chancen habe sollen und stattdessen Neid und Missgunst eintreten werden, betont Illouz 2024.. Eine vormoderne Gemeinschaft – Homogenität und Autorität – erscheint dennoch als erstrebenswerte Normalität. Die Komplexität und die Realität von Themen wird letztlich ausgeblendet – von Fluchtursachen bis Klimawandel. Eine Option, um die ökonomisch-politischen Polykrisen zu erdulden, zu ertragen und einen Ausweg zu skizzieren. Statt die kollektiven Herausforderungen der Krisen zu erkennen, sich zu solidarisieren, werden sie als individuelle Belastung wahrgenommen, die privat überstanden werden muss. Die Popularität der Nostalgie wird mit der Renaissance ethnischer Gemeinschaften flankiert: aus Schrott wird Vintage, aus Einzel- wird Deutsch-Sein. Eine gewählte Regierung, die diese emotionalen Affekte und diskursiven Reflexe vermeintlich nicht wahrnimmt, erscheint als vom »Volk« entfernt. Ein sogenannter Mainstream, der angeblich die politische Kultur und das kulturelle Klima bestimmt, wird als »ideologisch« getrieben betrachtet. Beide Annahmen können eine Wut der Zerstörung befeuern, machen Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey in »Zerstörungslust« 2025 deutlich.

Tor in der Brandmauer
Die Behauptung der »Rechten«, eine »Linke« bestimme gegenwärtig Politik und Kultur, ist eben eine Chimäre. Eine Phantomdebatte, auch von radikal Konservativen, um unwidersprochen die eigene Agenda und Ideologie mit der Rhetorik – die Demokratie zu schützen und die Freiheit zu bewahren – durchzusetzen. Die »heutigen Autokraten« treten demokratisch auf, werden demokratisch gewählt. Mit dieser Strategie und Legitimierung greifen sie die liberale Demokratie an, betonen Amlinger und Nachtwey und sie heben hervor: »Der antifaschistische Konsens, der hierzulande Generationen darin verband, dass der Nationalsozialismus in keiner Form wiederkehren dürfte, steht zur Disposition.« Die Abwehr von emanzipatorischen Ideen und humanistischen Visionen und die Anfeindung von libertären Realitäten und demokratischen Praxen liegen im Trend. Die Verweise auf Vetternwirtschaft in der AfD können daher auch nicht verfangen. Entweder weil die Kritik als »Feindpropaganda« abgetan wird oder weil die Medien, welche die Verstrickungen aufzeigen, gar nicht wahrgenommen werden.

Die Diskursverschiebungen wirken auch, da radikale Konservative und extreme Rechte bei verschiedenen Themen mehr Berührungspunkte als Differenzen haben. Nicht nur die Wählenden scheuen sich nicht mehr, extrem rechts zu wählen, auch Politiker*innen scheuen sich nicht mehr, sich so zu äußern, wenn die Positionen passen. Diese Verschiebung spiegelt die Radikalisierung der Asyldebatte, die Kampagnen gegen Demokratieprojekte oder die Front gegen die Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht Frauke Brosius-Gersdorf wider. Die radikalen Konservativen weisen auch vermehrt auf eine parlamentarische »Mitte-Rechts«-Mehrheit hin und betonen, politische Themen dann auch aufzugreifen, wenn sie auf der Agenda der AfD stehen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betont Jasper von Altenbockum am 4. März, eine AfD, die »nicht extremistisch« sei, sollte lieber integriert werden, was bedeuten würde, »dass Grüne, Linkspartei und SPD in Bund und Ländern nicht mehr viel zu melden« hätten. Ein neuer Clou der »Mitte-Rechts«: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) schloss drei Buchhandlungen vom diesjährigen Deutschen Buchhandlungspreis aus. Die Buchläden zur schwankenden Weltkugel in Berlin, The Golden Shop in Bremen und Rote Straße in Göttingen seien ihm zu »links«.

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Konservative Grenzsuche
Wer die Agenda setzt, bestimmt die Debatte. Wer den Sound vorgibt, beeinflusst die Atmosphäre. Die Wahlerfolge der »Linken« sollten nicht täuschen. Die Erfolge scheinen vor allem Verschiebungen im »Rot-Grün-Linken«-Milieu zu sein. Keine Zugewinne jenseits der üblichen Verdächtigen. Die eigene Echoblase ist auch nur ein Teil der herrschenden Resonanzräume. In der Defensive dürfte es schwierig werden, linke Positionen zu halten und antifaschistisches Terrain zu sichern. Die Erweiterung der Kampfzone hin zur Sozialpolitik und weg von Kulturkämpfen scheint fragwürdig. Auch weil nicht bloß die AfD die Kulturalisierung sowie Ethnisierung von ökonomischen Konflikten und sozialen Problemen forciert. Eingeübte Strategien der Gegenwehr und bewährte Praxen der Gegenkultur finden in einer veränderten Atmosphäre statt. Der Aufruf zu Blockaden von AfD-Veranstaltungen wird mehr und mehr in der Mitte der Gesellschaft als undemokratisch wahrgenommen. Die Forderung nach Boykotten von Podiumsbeteiligungen finden selbst in Metropolen mit einer liberalen Zivilgesellschaft kaum noch Akzeptanz. Das mediale Verweigern eines Gesprächs wegen rechten Teilnehmenden erscheint zunehmend als hilflose Verweigerung. Diese Effekte der Umkehrung eines demokratischen Neins in eine undemokratische Wahrnehmung gelingt rechten Medien wegen ihrer digitalen Power und der vorherrschenden Atmosphäre.

Diese Hegemonie fordert, neue Allianzen zu suchen, anhaltende Argumentationen anzupassen und neue Aktionen zu wagen. Ein offeneres Agieren, ohne die eigene Positionen aufzugeben. Wer glaubt, mit der gut situierten Zivilgesellschaft, dem etablierten Bildungsbürger*innentum müsse nicht über die AfD gestritten werden, irrt. Immunität für rechte Ressentiments besteht nirgends. Hannah Arendt hob 1955 in »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft« die Wirkmacht der Einheit von Mob und Elite hervor. Die Grenzen müssten neu ausgehandelt werden – solange noch mitgeredet werden darf.
Bei aller Kritik an CDU, SPD, Grünen und Linken sollte der Minimalkonsens der liberalen Demokratie nicht vergessen werden. Denn sonst dürften größere Konsequenzen folgen. Die radikalen Konservativen à la Jens Spahn können nur mit den moderaten Konservativen à la Armin Laschet ausgebremst werden. Im konservativen Milieu sind sie bisher nicht tonangebend. Die konservative Elite von 2026 – Redakteur*in bis Konzernmanager*in – kippt. Sie liebäugelt mit dem Autoritären und verabschiedet das Liberale. Die Schatten von Weimar und die Folgen verblassen. In dieser Atmosphäre hat der Ton von Christian Wulff zur Demokratie – »Nichts kam von selbst und nichts ist automatisch von Dauer« – eine besondere Relevanz. Der ehemalige Bundespräsident aus der CDU betonte später: »Wenn Politiker sagen, ‹es gibt nur drei Probleme: Migration, Migration und Migration›, dann ist das völliger Unsinn« und hob vor Tagen hervor: »Alle Menschen müssten eigentlich woke sein: Aufmerksam, aufgeklärt. Gesellschaftlicher Diskurs darf nicht rückwärtsgewandt geführt werden.«

Kommendes Wochenende ist es soweit. Muss der Rechtsradikale, Anti-Europäer und Putin Freund gehen?#UngarnViktor Orbán, seit 16 Jahren amtierender Ministerpräsident und Referenz für Rechte jeglicher Prägung in Europa.von Toni Brandes im #AntifaMagazin »der rechte rand«April 2026 – mach ein Abo.

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-04-04T15:14:47.057Z

Das Vorbild wackelt

von Toni Brandes
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 219 - März | April 2026

Für den 12. April ist in Ungarn die Parlamentswahl angesetzt. Viktor Orbán, seit 16 Jahren amtierender Ministerpräsident und Referenz für Rechte jeglicher Prägung in Europa, liegt mit seinem Regierungsbündnis in den Umfragen deutlich hinter seinem Konkurrenten.

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European People›s Party Wikipedia CC BY 2.0

Spätestens seit Mitte 2024 hat mit dem knapp 20 Jahre jüngeren Péter Magyar ein ernstzunehmender Gegner für Orbán und den »Fidesz«-Filz die politische Bühne betreten. Als Vorsitzender der 2021 gegründeten Tisztelet és Szabadság Párt (Respekt- und Freiheitspartei, TISZA) hat er in aktuellen Umfragen zwischen 10 und 16 Prozent Vorsprung. Magyar und TISZA stehen für eine liberalere, konservative und pro-europäische Politik. Mit ihrem Anti-Korruptionskurs treffen sie ein für Orbán empfindliches Thema. Die Vorwürfe gegen den auch »Puszta-Pascha« genannten Orbán, seine Familie und seine Vertrauten sind so zahlreich und brisant, dass die EU im Jahr 2024 wegen Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit etwa eine Milliarde Euro an Fördermitteln verfallen ließ und fast 19 Milliarden Euro zurückhielt. Mittlerweile gilt das Land als einer der korruptesten Staaten der Europäischen Union. Ein Umstand, den die Bevölkerung spürt: Ungarn liegt bei den Ausgaben im Gesundheitssektor und der Lebenserwartung auf den letzten Plätzen im EU-Vergleich.

Der 46-jährige Magyar gehörte bis 2024 zum »Fidesz«-Apparat. Bis 2023 war er mit der damaligen Justizministerin Judit Varga verheiratet, die im Februar 2024 ihren Posten verlor. Die Staatspräsidentin Katalin Nowak hatte einen wegen Missbrauchs Minderjähriger verurteilten Kinderheimleiter begnadigt, Varga hatte zugestimmt. Auch Nowak verlor ihren Posten. Ein Skandal für die sich als Hüterin der traditionellen Familie aufspielende »Fidesz« und ihren Chef. Orbán und sein Umfeld haben die Bedrohung ihrer Privilegien durch einen Machtwechsel erkannt und versuchen gegenzusteuern. Medial werden dabei alle Register gezogen – von mit KI gefälschten Videos bis zu Erpressungsversuchen mit heimlich aufgenommenen Sexvideos. Der Ministerpräsident selber bemüht sich erfolgreich um internationale Unterstützung. Seien es Gruß- und Unterstützungsbotschaften vom Who’s Who der rechten und autoritären Staatschefs und Politiker*innen wie Alice Weidel, Benjamin Netanjahu, Aleksandar Vucic, Giorgia Meloni, Andrej Babiš, Javier Milei, Marine Le Pen, Santiago Abascal, Matteo Salvini, Herbert Kickl oder Mateusz Morawiecki von der PiS aus Polen. Sie lobten Orbán als großen Staatsmann, Garant für Stabilität, Vorbild für andere Patriot*innen und mutige Gegner*innen der »Massenmigration«. Zumindest in diesem Punkt stehen sich Magyar und Orbán nahe; auch Magyar möchte im Falle seines Wahlsieges die restriktive Migrationspolitik fortführen.

Orbán

Die politische Karriere des 1963 geborenen Orbáns ist sehr eng mit der 1988 gegründeten und heute regierenden »Fidesz« verbunden. Er war einer der Mitbegründer der anfangs liberalen Partei und seit 1993 mit kurzer Unterbrechung von 2000 bis 2003 auch deren Vorsitzender. In der turbulenten Nachwendezeit vollzog sich ein Wandel von Orbán und der Partei hin zum Nationalistisch-Autoritären. Damit konnte er das Erbe des konservativen »Ungarischen Demokratischen Forums« antreten und sich klar von den postkommunistischen Parteien abgrenzen. Sein Kurs wurde schließlich 1998 mit dem Wahlsieg belohnt – gemeinsam mit der konservativen Kleinbauernpartei (FKgP) und dem Ungarischen Demokratischen Forum (MDF) konnte er bis zu seiner ersten Abwahl 2002 regieren. Rückblickend erscheint es widersprüchlich, dass der Beitritt Ungarns in die NATO sowie die Verhandlungen zum EU-Beitritt 2004 in diese Zeit fallen. Nach zwei Legislaturperioden der Sozialistischen Partei, die von zahlreichen Skandalen begleitet waren, konnte sich Orbán mit »Fidesz« bei den Parlamentswahlen im April 2010 knapp die absolute Mehrheit sichern und mit seinem Bündnispartner, der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP), sogar die Zwei-Drittel-Mehrheit. Der Grundstein für die »illiberale Demokratie« Ungarns war gelegt. In der Folge hat sich die Regierungspolitik aus Budapest als Blaupause für rechte, reaktionäre und völkische Politiker*innen in Europa und darüber hinaus etabliert.

Der große Umbau

Für ein Durchregieren mussten strukturelle Voraussetzungen hergestellt werden. Bereits 2011 wurde das Wahlrecht in eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältniswahl verändert – in der Folge konnte sich das Bündnis bei den Parlamentswahlen die für Verfassungsänderungen erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit sichern. Um beim Regieren nicht von der Justiz behindert zu werden, wurde 2012 mit einer Verfassungsreform das Verfassungsgericht eingeschränkt, unter anderem gehört dazu der Verlust der inhaltlichen Prüfung, ob Gesetzesentwürfe der Verfassung entsprechen. Seit 2018 – »Fidesz-KDNP« regiert wieder beziehungsweise immer noch mit einer Zwei-Drittel Mehrheit – gibt es ein separates Verwaltungsgerichtssystem unter der Kontrolle des Justizministers. Vor diesem Gericht sollen politisch sensible Fälle verhandelt werden. Dazu zählen Wahlen, Asyl- und das Versammlungsrecht. Auch kann der Justizminister Richter*innen ernennen oder sie in den Ruhestand schicken und durch junges, Orbán-freundliches Personal ersetzen; dies war bei mindestens 400 Jurist*innen der Fall. Auch die vierte Gewalt ist in Orbáns Ungarn zunehmend unter Druck. Formal besteht die Pressefreiheit, allerdings hat es in den letzten 17 Jahren eine »Marktbereinigung« gegeben. Regierungsnahe Unternehmen haben Medien und Mediengruppen gekauft und auf Linie gebracht. Beispielhaft dafür ist die ehemals regierungskritische »Origo«, die 2015 von der ungarischen Telekom an die »New Wave Media« verkauft wurde und seitdem auf Regierungskurs ist. Bei anderen Medien, wie zum Beispiel dem unabhängigen Radiosender Klubrádió, wird härter vorgegangen und die Sendelizenz entzogen – heute sendet Klubrádió im Internet. Auf der organisatorischen Ebene hat »Fidesz« den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die einzige Nachrichtenagentur MTI in der staatlichen Medienholding »Media Services and Support Trust Fund« zusammengelegt und damit eine Art Zentralredaktion der Staatsmedien geschaffen. Mit über 2.000 Beschäftigten und einem Jahresbudget im unteren dreistelligen Millionenbereich ist die staatliche Holding mittlerweile der landesweit größte Medienkonzern.

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Nicht nur die maßgeschneiderten Gesetze und Institutionen sollen die Macht Orbáns und seiner Partei zementieren. Auch für das richtige »Mindset« der derzeitigen und zukünftigen Elite muss gesorgt werden. Dazu gehören ThinkTanks wie das regierungsnahe »Mathias Corvinus Collegium« (MCC) mit etlichen Vertretungen in ganz Europa (s. drr Nr. 216). Auch Konferenzen wie die für Ende März 2026 angesetzte fünfte Ausgabe der »Conservative Political Action Conference« (CPAC) sind Forum, Bühne und Vernetzungstreffen des internationalen rechten bis rechtsradikalen Milieus. Orbán selbst ist gern gesehener Gast bei ähnlichen Veranstaltungen im Ausland.

Schein und Sein

Unterstützung kommt auch aus den USA. Zwar ist nicht die Lichtgestalt der Rechten, Donald Trump, in Budapest erschienen, aber immerhin US-Außenminister Marco Rubio stattete Orbán im Anschluss an die Münchener Sicherheitskonferenz einen Besuch ab. Rubio überbrachte Grüße und warme Worte aus Washington – beide Politiker lobten sich gegenseitig und versicherten sich, weiterhin auf allen Ebenen zusammenarbeiten zu wollen. Politisch mag das stimmen, auch wenn Ungarn zum Beispiel die Sanktionen gegen russisches Öl und Gas nicht mitträgt. Noch größer ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der Handelsbilanz, dem Steckenpferd des Zollkönigs aus den USA. Laut der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer ist Deutschland mit Platz eins bei Aus- und Einfuhren der wichtigste Handelspartner. China, der größte Konkurrent der USA, belegt bei den Einfuhren Platz zwei. Die Vereinigten Staaten liegen auf Platz 14, knapp vor Slowenien.

Auch wenn es erfreulich ist, dass es nach 17 Jahren eine ernsthafte Alternative zum System Orbán gibt: Der Blick nach Polen zeigt, dass die Rückkehr auf ein rechtsstaatliches Niveau ein langwieriger Kraftakt sein wird. »Fidesz« und die Profiteure werden Widerstand leisten, der eingeimpfte Kulturkampf wird seine Wirkung zeigen und Orbáns Achse der Kameradschaft wird ihn unterstützen – vermutlich nur symbolisch. Umso wichtiger wird, unabhängig vom Ausgang der Wahlen, die Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Kräfte um TISZA durch die EU und befreundete Organisationen und Initiativen sein, auch wenn die politischen Ansichten nicht deckungsgleich sind. Der Bruch mit Orbán und seinem Nimbus wird weit über Ungarn hinaus eine Wirkung entfalten.

Konntet ihr euch schon ein eigenes Bild von der nächsten #AntifaMagazin Ausgabe machen?

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-04-03T16:29:37.126Z

 

Intro 219


Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 219 - März | April 2026

Liebe Leser*innen,

bundesweit gibt es fast an jedem Tag eine politisch motivierte Straftat gegen Gedenkstätten und Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus. An fast jedem Tag im Jahr also ein Angriff auf die erkämpfte Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen – an die Opfer von Antisemitismus und Rassismus. Die Erinnerungskultur steht massiv unter Druck, bilanzierte im vergangenen Herbst Jens Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Ausgerechnet zum 11. April, dem 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, steht er nun im Fokus der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“. Diese unterstellt der Gedenkstätte und ihrer Leitung, Buchenwald würde „zunehmend zu einem Ort des Geschichtsrevisionismus und der Genozidleugnung“. Mit ihrer geschichtsrevisionistischen Instrumentalisierung des Gedenkens legt die Kampagne einen weiteren Grundstein für die Angriffe, die auch von Rechtsradikalen wie der AfD ausgehen, und trampelt so mit ihrer Agenda auf den Opfern des ehemaligen Konzentrationslagers herum. Dass damit die Situation der Palästinenser*innen in Gaza und der Westbank erträglicher oder ihnen gar eine Perspektive eröffnet wird, darf zu Recht bezweifelt werden. Tröstlich nur, dass diese Kampagne im digitalen Raum nicht verfängt.

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Wir gedenken der Opfer von Nazi-Deutschland im ehemaligen KZ-Buchenwald und feiern die Befreiung des Lagers mit den Familien, den Überlebenden und den Alliierten.
© Mark Mühlhaus / attenzione

Deutlich mehr Menschen haben sich in den letzten Monaten für die AfD und die beachtliche Anzahl der Fälle ihrer Vetternwirtschaft interessiert. Auf Landes-, Bundes- und Europaebene ist es für Verwandte und Bekannte von Partei-Funktionär*innen offenbar einfach, gutdotierte Anstellungen in AfD-Büros zu bekommen. Der ursprünglich in Sachsen-Anhalt losgetretene Streit um „systematische Vetternwirtschaft“ und Teile der AfD als „Beutegemeinschaft« hat längst weitere Bundesländer und auch die Bundestagsfraktion erfasst. Er zeigt: trotz ihrer Professionalisierungsbemühungen ist die AfD noch immer der „gärige Haufen“, als den sie der heutige Ehrenvorsitzende Alexander Gauland einst bezeichnet hatte. Im Hintergrund toben Machtkämpfe, die längst nicht mehr ideologischen Linien folgen und stets laut und polternd an die Öffentlichkeit drängen, während die Parteivorsitzenden durch fehlendes Krisen-Management glänzen. Auch die jüngste Spendenaffäre und der fehlerhafte Rechenschaftsbericht beim Deutschen Bundestag stoßen Parteimitgliedern angesichts der drohenden Strafzahlung von 1,4 Millionen Euro sauer auf. Es ist erneut die große Stunde deutungsmächtiger Vorfeld-Akteure wie Götz Kubitschek. Der AfD-Einflüsterer fordert: „Tünche reicht nicht, aufräumen muss man.“ Und er kann sich dabei der Unterstützung seines langjährigen Freundes Björn Höcke sicher sein. Dessen Landesverband hat sich an die Spitze der innerparteilichen Kritiker*innen der Vetternwirtschaft gesetzt und fordert unter anderem einen „Neustart“ an der Spitze. Eine deutliche Kampfansage an den Bundesvorstand um Alice Weidel und Tino Chrupalla ausgerechnet vor dem Bundesparteitag im Juli, auf dem in Erfurt ein neuer Bundesvorstand gewählt werden soll. Auf den Tag genau 100 Jahre nach dem zweiten NSDAP-Reichsparteitag 1926 in Weimar, auf dem auch die Hitlerjugend gegründet wurde.

Eure Redaktion

Ein Angriff auf die Pressefreiheit

von Kai Budler
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 192 - September | Oktober 2021

Mehr als drei Jahre nach dem brutalen Überfall auf zwei Journalisten in Nordthüringen hat vor dem Landgericht Mühlhausen der Prozess gegen zwei Neonazis begonnen.

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Neonazi Nordulf Heise mit Schraubenschlüssel bewaffnet. © M.M.

Eine Stichwunde im Oberschenkel, eine Schädelfraktur, geraubte Kameraausrüstung im Wert von knapp 1.500 Euro und ein zerstörtes Auto. Das ist das, zumindest auf den ersten Blick, sichtbare Ergebnis des Neonaziüberfalls auf zwei Journalisten Ende April 2018 im thüringischen Eichsfeld. Darin nicht enthalten sind die psychischen Schäden, die die beiden Journalisten erlitten, die zum Thema extreme Rechte arbeiten. Einer musste erst einmal eine Pause einlegen, sein Kollege arbeitet seit der Gewaltattacke nicht mehr zu diesem Thema.

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Ausgangspunkt des Überfalls mit einem Messer, Baseballschläger und einem langen Schraubenschlüssel war das Anwesen des Neonazi-Funktionärs Thorsten Heise im Eichsfelder Dorf Fretterode, wo an diesem Tag offenbar ein Planungstreffen für einen Neonazi-Aufmarsch stattfand. Die beiden Fachjournalisten waren zu Recherchezwecken vor Ort, wurden über eine Strecke von etwa acht Kilometern mit einem Auto mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h verfolgt und schließlich überfallen, schwer verletzt und beraubt. Die Gewaltattacke belegt nicht nur die Gefahr, die von Immobilien im Besitz der extremen Rechten ausgeht. Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass die mutmaßlichen Täter aus Heises engstem Umfeld stammen. Schon lange stellt der heute 52-Jährige verstärkt Journalist*innen an den Pranger und fordert seine Anhänger*innen auf, gegen sie vorzugehen. Seine Drohungen verklausuliert er, um juristisch möglichst nicht belangbar zu sein. Bei einem Aufmarsch im Februar 2018 markierte Heise dann im niedersächsischen Karlshöfen Journalist*innen in einer Rede öffentlich als Feindbild, das den »Hauptfeind, den BRD-Politiker, diesen Nutznießer des Systems« im »Kampf um den Fortbestand des deutschen Volkes« abgelöst habe. In seiner rund halbstündigen Rede sagte Heise, »so weiß ich doch heute ganz genau, dass eines unserer Hauptfeindbilder diese Journallie sein muss«, und schließt mit »es lebe Deutschland«.

Vor Ort verfolgten auch sein Sohn Nordulf Heise und sein politischer Ziehsohn Gianluca Bruno die Rede. Für sie dürfte es der Startschuss gewesen sein, das Gehörte zwei Monate nach dem Aufmarsch praktisch umzusetzen. Wegen des brutalen Überfalls müssen sie sich mehr als drei Jahre später als Angeklagte vor dem Landgericht Mühlhausen verantworten. Verteidigt werden sie von den Szene-Anwälten Klaus Kunze und Wolfgang Narath. Beide Angeklagte sind keine Unbekannten. Nordulf Heise war bereits mit extrem rechten Aktionsgruppen in Südniedersachsen aktiv, auch Gianluca Bruno begann dort seine politische Laufbahn und wurde später stellvertretender Vorsitzender der NPD Niedersachsen und Vorsitzender der NPD Göttingen. Er agiert vor allem in Netzwerken von Neonazis im Dreiländereck Hessen, Niedersachsen und Thüringen wie dem »Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen«, gegen den unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer bewaffneten Gruppe ermittelt wurde. Auch in Heises Ordnungsdienst »Arische Bruderschaft« sind beide eingebunden und waren beispielsweise 2017 auf dem RechtsRock-Event »Eichsfeldtag« an einer Störaktion gegen ein anwesendes Kamerateam beteiligt, das daraufhin die Dreharbeiten einstellen musste. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der Deutsche Journalistenverband (djv) einen besseren Schutz von Medienvertreter*innen eingefordert.

Vier Jahre später fordert der Verband zum Prozessbeginn, »dass das Gericht die Neonazi-Attacken als das bestraft, was sie waren: ein Angriff auf das Grundrecht der Pressefreiheit und damit auf die Verfassung«. Es dürfe »nicht zu einer Bagatellstrafe kommen, sondern zu einem gerechten Urteil«. Doch schon in den ersten Verhandlungstagen sind die Folgen des späten Prozessbeginns zu merken. Immer wieder trüben Erinnerungslücken die Aussagen vor Gericht, immer wieder sagen Zeug*innen, sie könnten sich nach so langer Zeit nicht mehr an alle Details des damaligen Geschehens erinnern. Weil die Staatsanwaltschaft keine Fluchtgefahr sah und keine Untersuchungshaft anordnete, konnte sich außerdem Nordulf Heise zwischenzeitlich in die Schweiz absetzen, wo er bei einem »Blood&Honour«-Mitglied eine Ausbildung begann. Eine derart lange Dauer bis zum Verhandlungsbeginn gegen Neonazis ist bei Thüringer Gerichten kein Einzelfall, im Netz kursiert der Hashtag #Justizproblem. Erst in diesem Jahr kamen in der Wiederauflage des »Ballstädt-Prozesses« die im ersten Prozess verurteilten Täter*innen mit Bewährungsstrafen davon, gegen zwei wurde das Verfahren eingestellt. Ein anderer Prozess wurde wegen des zeitlichen Abstandes zur Tat gar nicht erst eröffnet. Im aktuellen Fall sollte das Urteil vor dem Landgericht Mühlhausen ursprünglich im Oktober fallen, mittlerweile sind im Prozess Verhandlungstermine bis Anfang Dezember vorgesehen.

So, jetzt feiern alle Rechtskonservativen, Faschisten und Neonazis in Europa.»»» Das Europäische Parlament hat eine Verschärfung der EU-Asylpolitik auf den Weg gebracht. Abgeordnete von CDU und CSU votierten dabei gemeinsam mit der AfD.

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-03-26T12:49:54.837Z

Aus alt mach neu

von Kai Budler
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 218 - Januar | Februar 2026

Mit der »Generation Deutschland« hat die AfD nun wieder eine offizielle Jugendorganisation, die enger als ihre Vorgängerin an die Partei angebunden ist. Entstanden ist eine professionalisierte und gut vernetzte Radikalisierungsmaschine.

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Blockaden und Kundgebungen – Widerstand gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation Ende November in Gießen. © Roland Geisheimer / attenzione

Wie andere Parteien nutzt auch die »Alternative für Deutschland« (AfD) bei Parteitagen inzwischen ein elektronisches Abstimmungssystem. So auch bei ihrem Kongress Ende November in Gießen, die Testfrage lautete: »Hatten sie eine gute Anreise?« Knapp zwei Drittel der Anwesenden stimmten mit »Nein« ab. Auch der Beginn des Kongresses verspätete sich um mehr als zwei Stunden. Die vielfältigen Proteste und Blockaden rund um die Hessenhalle hatten ihre Wirkung gezeigt. Doch in vielen Medien bestimmte oft die Stimmungsmache im Vorfeld und die Berichte über »von Chaoten geprägte Proteste« das Bild. Allein schon das »Vorhaben, Andersdenkende daran zu hindern, sich zu versammeln«, verletze die Demokratie, wetterte nicht nur die FAZ. All das lenkt davon ab, dass mit der Gründung der neuen »Generation Deutschland« (GD) die mitgliederstärkste extrem rechte Jugendorganisation seit 1945 entstanden ist.

Begleitet wurde die Gründung von der anwesenden Parteiprominenz: Knapp die Hälfte des AfD-Bundesvorstandes und 20 Bundestagsabgeordnete der AfD waren in Gießen anwesend. Erwartungsgemäß wurde Jean-Pascal Hohm, Landtagsabgeordneter aus Brandenburg, mit 90 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden der neuen Organisation gewählt. Gegenkandidat*innen hatte er nicht. Im Interview mit dem extrem rechten Magazin »Zuerst« erklärte er: »Ich persönlich stehe für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorfeld und bin mir sicher, dass echte politische Veränderung nur mit einem gesellschaftlichen Wandel möglich ist. Dafür brauchen wir ein starkes, vitales und eigenständiges politisches Vorfeld.« Dass Vertreter*innen dieses »Vorfeldes« bereits beim Gründungstreffen mit eigenen Ständen vertreten waren, verdeutlicht ihre Rolle beim Vorhaben der GD, Kaderschmiede für die Mutterpartei sein zu wollen. Auch das burschenschaftliche Milieu ist im 15-köpfigen Vorstand stark vertreten. Mit der Beisitzerin Julia Gehrckens ist das rechtsradikale Frauen-Netzwerk »Lukreta« repräsentiert. Zweite Frau im Bundesvorstand ist die stellvertretende Finanzbeauftragte Reinhild Goes aus Niedersachsen. Im Bundesvorstand dominieren die westdeutschen AfD-Landesverbände, nur vier Personen stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Noch im Dezember 2025 wurden Landesverbände in Bayern und Rheinland-Pfalz gegründet. Zum Gründungszeitpunkt soll die selbsternannte »Generation Deutschland« 2.000 Mitglieder gezählt haben, die gleichzeitig auch der AfD angehören. Als Vorsitzender soll Hohm mit Rückendeckung der Parteispitze dabei helfen, die AfD zu einer rechtsradikalen Bewegungspartei auszubauen, die noch tiefer in die bürgerliche Mitte hineinwirken soll. Dazu will er »eng mit dem politischen Vorfeld und unseren parteinahen Stiftungen, der Partei selbst und der neu gegründeten ‹Akademie Schwarz Rot Gold› zusammenarbeiten«, wie Hohm ankündigte. Seine Personalie war Teil einer vorher abgestimmten Konsens-Liste, die überwiegend harmonisch durchgewunken wurde. Als Mio Trautner aus Heilbronn bei der Wahl um das Amt des Beisitzers Julia Gehrckens unterlag, zog er seine Kandidatur für ein anderes Amt zurück, weil er sich »im Gegensatz zu anderen an die Konsensvereinbarung« halte. Von anderen Kandidaten sei er schwer attackiert worden, »wie es nicht vereinbart war«. Eine andere Äußerung auf dem Treffen zieht jetzt offenbar juristische Konsequenzen nach sich. Der frisch gewählte Beisitzer Kevin Dorow aus dem AfD-Landesvorstand Schleswig-Holstein betonte in seiner Rede: »Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein.«

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Der nationalsozialistisch geprägte Spruch war ein Kernsatz der Hitlerjugend, der nach Dorows Willen zum »Leitstern« der neuen AfD-Jugend wird. Der ehemalige Geschichtslehrer Höcke hatte den Spruch im August verbreitet, seinen Post aber später wieder gelöscht. In Gießen erhielt Dorow dafür Szenenapplaus. Die Staatsanwaltschaft Gießen kündigte an, sie prüfe die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Dorow wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher und terroristischer Organisationen. Anders sieht es bei der Reaktion der Parteispitze aus. Auf die Äußerung angesprochen, gab sich die Bundesvorsitzende Alice Weidel lediglich »erstaunt« über die historischen Hintergründe und relativierte sie mit einem launigen »Na, und?«. Die Neugründung der Jugendorganisation steht selbstredend nicht für eine Deradikalisierung, sie professionalisiert die alte Radikalisierungsmaschine, die vorher die »Junge Alternative« bis zu ihrer Auflösung gewesen war. Dafür dürfte die GD über wesentlich mehr finanzielle Mittel verfügen. Der Wechsel von der Vereinsstruktur der JA zu einer Anbindung an die Partei macht zudem ein mögliches Verbot sehr viel schwieriger.

Beim Konzert von WIZO und ZSK in Potsdam dank @keinbockaufnazis.bsky.social mit dabei. #AntifaMagazin@der-wizo.bsky.social und @zskberlin.bsky.social

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-03-21T08:49:48.486Z

Linien statt Mauern

von Andreas Speit
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 218 - Januar | Februar 2026

Die Denkfabrik »Republik 21« empfiehlt eine Annäherung an die AfD. Für ihre Arbeit erhält sie künftig Fördermittel aus dem Bundeskanzleramt.

antifa Magazin der rechte rand
Screenshot der Webseite »Republik 21«

Kapital ermöglicht Optionen. Das Bundeskanzleramt unterstützt zukünftig die Denkfabrik »Republik 21« (R21) jährlich mit einer halben Million Euro. Ein Antrag von CDU/CSU und SPD für die sogenannte Bereinigungssitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses sieht diese erhöhte Unterstützung vor. Bisher sollte der konservative Verein 250.000 Euro aus dem Etat des Kanzleramtes erhalten. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, soll die Erhöhung unterstützt haben, um neue Richtungen auszuloten. Die Warnung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) vor einer Annäherung an die »Alternative für Deutschland« (AfD) ist bei der Union offenbar auf Missbilligung gestoßen.

Angebot zur Kooperation
Die bestens vernetzte R21 forciert hingegen eine vorsichtige Annäherung zur AfD. Die Pressure-Group um den Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder scheint Möglichkeiten jenseits einer Strategie der Ausgrenzung auszuloten – mit Unterstützung aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Unter Spahn wolle man nun »Gespräche mit der AfD« offenbar »gedanklich konkret vorbereiten – mit Millionen-Förderung aus dem Bundeshaushalt«, meint Andreas Audretsch, Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. »Der Vorsitzende Rödder fordert direkte und konkrete Gespräche der Union mit der AfD – wörtlich spricht er von konditionierter Gesprächsbereitschaft, das muss als Angebot zur Kooperation verstanden werden«, sagt Audretsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine Unterstellung? Der Leiter von R21, Andreas Rödder, warnte die Union schon öfter vor einer »babylonischen Gefangenschaft« durch das »links-grüne politische Lager«. Schon als Vorsitzender der CDU-Grundwertekommission von Frühjahr 2022 bis September 2023 plädierte der Professor für Neuere Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für CDU-geführte Minderheitsregierungen auf Landesebene. In einzelnen Sachfragen sollten auch Mehrheiten mit der AfD gesucht werden. Nachdem die Parteispitze öffentlich auf Distanz ging, gab Rödder den Vorsitz ab. Die Unterstützung durch Spahn, dem schon Die Zeit zuschrieb, die Union nach rechts zu schieben, brach wohl nicht ab. 2024 war Spahn Redner bei der R21-»Klimakonferenz«. Dort wurde ein »klimapolitischer Befreiungsschlag« gefordert – inklusive Reaktivierung der Atomenergie. Die Folge des R21-Podcast »Frei heraus« aus dem Juli vergangenen Jahres trug den Titel »Atomkraft? Ja, bitte!« Anna Veronika Wendland betont darin: »Beim Atomausstieg ging es nicht um technische Argumente, sondern um Kulturkampf«, so die Technikhistorikerin, die früher in der Anti-AKW-Bewegung aktiv war. Der Podcast-Titel ist wohl ihrem gleichnamigen Buch von 2022 entlehnt. In »Frei heraus« legte Rödder seine Ideen zum Umgang mit der AfD erneut dar. Erst im Dezember 2025 beklagte er, dass »Bürgerliche« über Jahre »vor linken Aktivisten eingeknickt« seien und begrüßte dann das »Ende der grünen Hegemonie«. Die »Konfliktlinien zwischen der bürgerlichen Mitte und der autoritären Rechten« könnten jetzt verhandelt werden. »Statt der ‹Brandmauer› zur AfD« müssten »rote Linien« benannt werden »und eine harte Auseinandersetzung in der Sache« erfolgen, so Rödder. Die permanente Wiederholung des Geforderten, nämlich eine Zusammenarbeit mit der AfD in Erwägung zu ziehen, kann langsam laufende Debatten beeinflussen. Die Forderung steht im Raum und erweitert ihn. Sie wird Bestandteil der Überlegungen, verliert ihr Tabu. Diese Strategie scheint R21 auch bei weiteren Themen zu verfolgen.

Rechts trendet
Vor knapp vier Jahren gründeten Schröder und Rödder 2021 die Denkfabrik als eingetragen Verein mit Sitz in München mit 825 Fördermitgliedern. Die Denkfabrik umreißt ihre Intention in der Selbstdarstellung: Sie trete »für einen leistungsfähigen schlanken Staat und nachhaltiges Wachstum« ein, »bekennt sich zur führenden Verantwortung Deutschlands für ein geopolitisch handlungsfähiges, wirtschaftlich erfolgreiches und selbstbewusstes Europa« und stehe »für einen weltoffenen Patriotismus«. Ihre Mission sei, »Strategien und Konzepte einer kohärenten bürgerlichen Politik« zu entwickeln und »sie in den politischen Meinungsraum« einzubringen als »Grundlagen für die politische Praxis«. Klingt seriös, klingt förderungszulässig – und rechts trendet. Als »Herausforderung« gelten »woke Identitätspolitik, Cancel Culture« sowie »ein immer weiter ausufernder Sozialstaat und staatliche Regulierung der Wirtschaft«, die eine »offene Gesellschaft und ihren Wohlstand von links« gefährdeten. Schröder verfolgte schon als Bundesfamilienministerin zwischen 2009 und 2013 eine traditionelle Frauen- und Familienpolitik und vertritt seit längerem eine regressive Asyl- und Einwanderungspolitik. Die stellvertretende Leiterin von R21 ist wie anscheinend alle »Köpfe« bei dem Verein bestens vernetzt.

Bestens vernetzt und öffentlich sichtbar
Schon die auf der Webseite als »Köpfe« vorgestellten Mitglieder des Vereins, der sich selbst als »Thinktank für neue bürgerliche Politik in Deutschland und Europa« beschreibt, legen Netzwerke offen: Die Autorin Anna von Bayern, die mit ganzen Namen Anna Prinzessin von Bayern heißt, sitzt im Vorstand des Kosmetikkonzerns Coty Inc. Der Historiker Jörg Hackeschmidt hat als Politikberater und Redenschreiber für »Spitzenpolitiker« gewirkt, wie »Cicero« ihren Autor vorstellt. Die Politikwissenschaftlerin Caroline König war »in leitender Funktion im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung« tätig.

Im medialen Diskurs etwas stärker präsent dürften die emeritierte Professorin am Institut für Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main, Susanne Schröter, und Ahmad Mansour, Geschäftsführer des Instituts für Demokratieförderung und Extremismusprävention »MIND Prevention«, sein. Beiden wird eine verkürzte und verengte Kritik am Islam vorgehalten. Kritik an ihrer Kritik am Islamismus ordnet Schröter schnell als einen »neuen Kulturkampf« von einer »woken Linken« ein, die »Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft« bedrohe. Auch Mansour scheint Kritik als Kampagne gegen sich einzuordnen. Auf der Webseite stellt R21 Angela Merkels Hoffnung »Wir schaffen das« angesichts der Krise der Flüchtlingspolitik 2015 Mansours Fazit »wir haben es nicht geschafft« entgegen. Und in dem dort zitierten Artikel aus der Welt meinte der R21-Integrationsexperte im Juni 2025: »Die Schließung der Grenzen ist kein Akt der Kälte, sondern der Notwendigkeit. Nur durch Begrenzung entsteht Raum für echte Integration – für jene, die bereits hier sind.«


Zum Beirat von R21 gehören nach eigenen Angaben neben anderen: Eric Gujer, Chefredakteur der »Neuen Züricher Zeitung«, sowie Bernd Stegemann, Professor für Dramaturgie und Kultursoziologie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Beiratsmitglied Marie-Christine Ostermann in Funktion als Präsidentin des Verbandes »Die Familienunternehmer« hat erst jüngst Gesprächsbereitschaft mit der AfD signalisiert – und im Verband einen internen Streit provoziert. Aus dem FDP-Milieu kommt nicht nur Beiratsmitglied Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für Freiheit, sondern auch der R21-Geschäftsführer Martin Hagen, früherer Chef der bayerischen FDP und Vereinsmitglied Hermann Otto Solms aus dem FDP-Präsidium.

»Brandmauern schließen Menschen aus«
In diesem Spektrum zwischen Markt und Medien, Kapital und Konservatismus beschränkt sich der Liberalismus auf die Ökonomie. Freie Märkte für Gelder und Waren, frei von staatlichen Sozialregelungen und verpflichtenden Arbeits- und Klimaschutzmaßnahmen. R21 postuliert diese Position selbst mit moderatem und liberalem Jargon in der Selbstdarstellung. Auf der Webseite wird ein Artikel des INSM-Blog aufgegriffen, dessen Titel gleich die Botschaft pointiert: »Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland sinkt«. Den Blog betreibt die Lobbyorganisation Institut Neue Soziale Marktwirtschaft, die vor über 25 Jahren vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet wurde. Im R21-Podcast vom November 2025 betonte der Umweltökonom Joachim Weimann eines der Hemmnisse: »Die deutsche Klimapolitik vernichtet unseren Wohlstand, ohne die globalen Emissionen zu reduzieren.« Er sagte weiter: »Statt Wunschdenken und nationaler Alleingänge brauche es realistische Klimaziele und einen internationalen Emissionshandel.« Sein Credo ist ganz auf R21-Linie: »Radikaler Kurswechsel« sei notwendig. Der Verein warnt aber auch, dass »auf der rechten Seite (…) populistische Ressentiments und autoritäre Vorstellungen einer geschlossenen und rückwärtsgewandten Gesellschaft um sich« greifen. Allerdings gab Schröder schon Ende 2024 »Nius« ein Interview, Zitat: »Brandmauern schließen Menschen aus – und ich will keine Menschen ausschließen.«

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Im CDU-Milieu ist Schröder nicht die Einzige, die »Nius« nicht abschreckt. Auf dem Sommerfest der Koblenzer CDU auf dem Firmengelände des Unternehmers Frank Gotthardt, der das Onlinemedium finanziert, führte CDU-Bundestagspräsidentin Julia Klöckner aus, dass »Nius« und Taz »nicht so sehr unähnlich« seien. Lechts und Rinks (Ernst Jandel) sind ja bekanntlich sehr nah. Die Position impliziert das suggerierte Selbstbild der selbsternannten Mitte mit Maß und Mäßigung. Anders als bei zivilgesellschaftlichen Projekten für Demokratie und Klimaschutz erscheint diese NGO denn auch für die Bundesregierung ohne große Bedenken nachhaltig förderungswürdig.

Und es ist wieder ein Typ vom Think Tank #R21 – ihr wisst schon, der Verein, der die Tür zu den AfD Faschisten immer weiter öffnet und dafür ? Förderung aus dem Bundeshaushalt von 500.000 € pro Jahr erhält.

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-03-15T18:22:39.594Z

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von Patrice G. Poutrus
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 217 - November | Dezember 2025

#Kommentar

Seit die Mannschaft (sic!) um Friedrich Merz und Jens Spahn im Bundestag und in der Bundesregierung den Ton angibt, gehört es zu den zentralen und auch ziemlich nervigen Features der gegenwärtigen Debattenkultur, dass Sprecher*innen beziehungsweise Funktionsträger*innen sich gern und ausgiebig über die gegenwärtige Debattenkultur beschweren, deren maßgeblicher Teil sie kürzlich geworden sind. So mokiert sich ein Kulturstaatsminister aus dem Bundeskanzleramt über eine vermeintlich ausgreifende »Cancel Culture«, verbietet dann in seinem Machtbereich den gendersensiblen Sprachgebrauch, um sich anschließend über eine von ihm ausgemachte tiefe Spaltung der Gesellschaft zu beklagen. Dabei zielt der Begriff »Gesellschaft« gerade im Kontrast zu Volk und Gemeinschaft darauf ab, Unterschiede in ökonomischen, sozialen und auch kulturellen Verhältnissen erklärbar zu machen. Doch der polarisierende Umgang der konservativ geführten Regierung mit Migration, Bürgergeld und kritischen Nichtregierungsorganisationen lässt keineswegs erkennen, dass diese eine Politik betreibt, die auf die Linderung gesellschaftlicher Konfliktlagen ausgerichtet ist.

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Protest gegen Merz in Hannover
© Mark Mühlhaus / attenzione

Allerdings ist der Modus, bestimmte ausgemachte politische Praktiken in der Gesellschaft zu beklagen und sich anschließend genauso zu verhalten, nicht auf das aktuelle Regierungslager begrenzt. Eine ostdeutsche Parteigründerin und ehemalige Linke mokiert sich schon länger über die von ihr behauptete moralische Überheblichkeit der von ihr sogenannten Salon-Linken. In der politischen Auseinandersetzung, insbesondere um die Verhältnisse in Ostdeutschland, lässt sie kaum mehr als tiefe Verachtung für alle Kritiker*innen ihrer politischen Position erkennen. Auch haben propalästinensische beziehungweise antiisraelische Aktivist*innen bereits vor und mehr noch nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 eine zunehmende Repression gegen ihre Protestaktionen beklagt, ohne überhaupt nur im Ansatz zu reflektieren, dass die von ihnen gewählten Aktionsformen selbst hochgradig einschüchternd und oft genug gewaltsam waren und sind.

Diskriminierungssensible Aktivist*innen beispielsweise aus dem ökologischen, feministischen, post-migrantischen oder auch aus dem antifaschistischen Spektrum könnten nun selbstverständlich nicht ganz zu Unrecht einwenden, sie hätten nichts mit abendländischen Mainstream-Kulturkriegern (sic!), chauvinistischen Politik-Konvertit*innen und den omnipräsenten Hamas-Kids gemeinsam. Dem mag ich hier im Grundsatz nicht widersprechen. Allerdings bleibt in diesem Kontext die Frage unbeantwortet, wie die Grenze zwischen Kritik an den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen hierzulande und einer unbedingten Ablehnung des Grundgesetzes beziehungsweise von Bürger- und Menschenrechten zu ziehen ist. Diese Grenze markiert keineswegs allein den Unterschied zwischen pragmatischem Handeln und fundamentaler Systemkritik. Es lohnt sich immer, auch danach zu fragen, wofür sich tatsächlich eingesetzt wird, welche praktischen Mittel dafür gewählt werden und wie aus dem eigenen zivilgesellschaftlichen Engagement auch solidarische Bündnisse entstehen können.

Dies in der oben beschriebenen politischen Situation zu betonen, erscheint mir wichtig, weil sich in letzter Zeit mehrfach gezeigt hat, dass beispielsweise antirassistische oder antimisogyne Demonstrationen und Initiativen nicht die erhoffte umfassende Unterstützung fanden, weil andere Aktivist*innen aus dem Aktionsfeld fragten: »Wo wart ihr, als wir mit dieser Arbeit anfingen, und wieso vertretet ihr nicht vor allem unsere Forderungen?« Aus historischer oder auch diskursanalytischer Perspektive könnten solche Fragen von erheblichem Erkenntniswert sein. In einer Situation, in der hierzulande die Gefahr einer rechtsradikalen Machtübernahme durch konservative Regierungspraxis mit den Händen zu greifen ist und zugleich die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen rasant voranschreitet, wirkt eine solche Verweigerung von solidarischer Unterstützung merkwürdig egozentrisch, wenn nicht sogar hochgradig elitär.

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Wenn aber der Einsatz gegen selbst erfahrene oder auf anderen Wegen ausgemachte Diskriminierungen oder Ausbeutungen nicht direkt dazu führt, sich mit anderen Menschen verbünden zu können beziehungsweise zu wollen, die einem durch ihre Erfahrungen oder ihren Einsatz praktisch nahestehen könnten, wofür setzt sich mensch dann eigentlich ein? Es entsteht der Eindruck oder auch der Verdacht, diese exklusiven Akteur*innen seien gar nicht an ungerechten Verhältnissen oder deren Überwindung interessiert. Vielmehr geht es wohl um die Erlangung einer hegemonialen oder auch Wiedergewinnung einer privilegierten Position. Sie sollen diese in einer Welt voller Ungerechtigkeiten persönlich vor den Folgen dieser Verhältnisse schützen. Das aber wären Handlungsmotive, die denen der Weimers, Wagenknechts und Hamas-Kids doch sehr ähneln und im Ergebnis dem Rechtsruck des politischen Systems in Deutschland nicht entgegenstehen.

Überraschung ? Ex-Linke über ? AfD.#Wagenknecht "Wer AfD wählt, wünscht sich keinen neuen Faschismus, sondern erschwingliche Preise, bessere Bildung für seine Kinder, weniger Kriminalität und Migration, kurz: ein Deutschland, das wieder funktioniert, in dem sich gut und sicher leben lässt …

#AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-03-08T19:32:18.158Z

Unerlaubte Betriebsstörung geboten

von Andreas Speit
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 215 - Juli | August 2025

Zu laut, zu lang. Der Protest während des ARD-Sommerinterviews mit Alice Weidel löste Kritik aus. Mit starken Lautsprechern hatte das Künstler*innenkollektiv »Zentrum für politische Schönheit« das Interview am Reichstag vom gegenüberliegenden Spree-ufer aus beschallt – ein Affront gegen die Diskussionskultur. Die Vorsitzende der vermeintlichen Alternative musste am 20. Juli Markus Preiß mehrmals bitten, die Fragen zu wiederholen. Sie habe sie nicht verstanden. Eine unbewusste doppeldeutige Einladung gegenüber dem Leiter des ARD-Hauptstadtstudios. Dieser Einladung folgte Preuß nicht. Er erklärte lediglich, Weidel habe aufgrund der Lautstärke die Fragen nur schwer verstehen können. Und sie konnte hervorheben, die AfD polarisiere keinen Diskurs und greife alle Themen »ideologiefrei« auf.

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Gegen eine faschistische Partei wie die AfD braucht es gemeinsamen und vielfältigen antifaschistischen Widerstand und keine Diskussionen über guten Geschmack.
© Roland Geisheimer / attenzione

Schon diese Selbstdarstellung des geführten Kulturkampfs gegen eine liberal-demokratische Kultur hätte im Interview verstärkt als Selbstverleugnung benannt werden können. Die politische Mimikry einer ideologischen Falange. Der vermeintliche Trick: Wer zuerst versichert, keiner »Ideologie«, sondern nur dem »Verstand« zu folgen, gewinnt und erscheint als moderat und kompetent. Kaum lief das Gespräch im digitalen ARD-Format und später im analogen Programm, erfolgte eine fast einstimmige Reaktion auf die Intervention. Diese Protestkultur selbst unterminiere die Diskussionskultur. Der Vorwurf gegenüber der AfD, die Demokratie bewusst zu delegitimieren, falle auf die Protestierenden zurück, die mit ihrer Aktion nur Provokationen auslösten. Es seien die Protestierenden, die der AfD die Zusprüche und die Wähler*innengunst verschaffen. Sei doch durch das Kollektiv um Philipp Ruch erneut für »das Publikum« hör- und sichtbar geworden, wer sich undemokratisch verhalte. Statt die Regeln des diskursiven Betriebsablaufs einzuhalten, wurde der Betrieb gestört. Statt reden und zuhören: übertönen und nicht zuhören. Nichts Neues aus der selbsternannten Mitte, die sich stets neutral und moderierend gibt.

Die »Brandmauer«
Die Kommentare auf den Politikseiten und in den Feuilleton­foren ignorieren erneut, dass die AfD die Regeln des Politik-Betriebs bewusst nicht einhält. Sie will die Demokratie mit Mitteln der Demokratie delegitimieren. Zuspitzen und spalten ist ihr Ansatz. Die Aggressor*innen sind selbstredend immer die Anderen.
Dieser DNA aller Rechtsradikalen unterschiedlicher Couleur scheinen Politikkommentator*innen mal wieder mit Ignoranz zu begegnen. Ein Entgegentreten, das ein Entgegenkommen ist. Das jüngst bekanntgewordene 53-seitige AfD-Strategiepapier »Brandmauer stürzen: lagerübergreifende Koalitionen verhindern« bestätigt die anhaltende Praxis. Der Titel offenbart schon die Taktik. »Die Mauer muss weg« wird auch immer offener von konservativen Politiker*innen und Kommentator*innen angemahnt. Nur so könne sich CDU/CSU von SPD und Grünen befreien. Diese Allianzoption stört nicht, dass die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz als »rechtsextremistischer Verdachtsfall« mit der Ablehnung der AfD-Beschwerde durch das Bundesverfassungsgericht nun rechtskräftig ist.

Die schon so geschliffene »Brandmauer« wird weiter als Einmauerung wahrgenommen und weggeräumt. Einer der unermüdlichen Mauerschleifer: Werner J. Patzelt. In der »Zuerst!« sprach sich der ehemalige Professor für Politikwissenschaft an der TU Dresden im Mai 2025 für eine Annäherung von CDU und AfD aus. Schon 2018 schlug Patzelt – mit Nähe zum burschenschaftlichen Milieu und »neu-rechten« Spektrum – diese Allianz vor. Die »Blauen« seien im Osten auf dem Weg, eine »Volkspartei« zu werden, erklärt er in der »Zuerst!« und appelliert an die Schwarzen, sie sollen schauen, »mit welchen AfD-Leuten (…) vertrauensvoll zusammen gearbeitet« werden könne, welche »Schnittmengen an gemeinsam vertretbarer Politik« bestünden. Sieben Jahre später nach der frühen Allianz-Toleranz führt ein Interview eines CDU-nahen Autors der »Jungen Freiheit« (JF) in einem extrem rechten Magazin zu keiner größeren Kritik. Deutschland – eben normal mittlerweile.

Kulturkampf mit allen Mitteln
Bei dem formalen Akt der Bundestagsabstimmung zur Neu­besetzung des Bundesverfassungsgerichts dürften die gemeinsamen Positionen zur politischen Abwehr geführt haben. Eine Frau, eine Professorin für Recht, die auch das Selbstbestimmungsrecht von Frauen bedenkt, wollten Bundestagsabgeordnete von CDU/CSU nicht wählen. Die Kampagne aus dem Spektrum von AfD über »Lebensschutz« bis »Nius« gegen die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf war nicht erfolgreich, weil sie so geschickt lanciert wurde. Sie war so erfolgreich, weil CDU/CSU-Mandatsträger*innen sich selbst schon lange so
positionieren. Den Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU) könnte nur überrascht haben, dass der bisherige Konsens, das Bundesverfassungsgericht mit Richter*innen mit unterschiedlichen juristischen Reflexionen zu besetzen, gebrochen wurde.

Berlin und Washington D.C. sind weit voneinander entfernt. Der Bruch mit dem Konsens ist aber nah dran an der konservativen Partei von US-Präsident Donald Trump, nach dessen Rechtsverständnis der Rechtsstaat neu aufzustellen sei. Die Justiz mit allen erstrittenen Liberalismen erscheint allen Autoritären als Wokeness-Zentrale gegen Normalität und Tradition. Die Tendenz zu Verschwörungsnarrativen ist bei der Kritik an einer weiteren SPD-Kandidatin, Ann-Katrin Kaufhold, für das Bundesver­fassungsgericht virulent. Bereits Brosius-Gersdorf wurde seitens des AfD-Bundestagsabgeordneten Marc Bernhard bei X vorgeworfen, eine »AfD-Hasserin« zu sein. Aus dem »Cicero«- und »Nius«-Spektrum wird nun Kaufhold angefeindet. Sie soll einem AfD-Verbot offen gegenüberstehen? Das Gerücht kann für die Nichtwahl der Rechtsprofessorin genügen. Zufall, dass der CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann im Bundestag vorschlägt, »komplett neue« Kandidat*innen aufzustellen?

Drei zu Eins steht es nach Parteitagsbeschlüssen der Bundestagsparteien für einen AfD-Verbotsantrag. Die SPD folgte jüngst der Linken und den Grünen mit einem Parteitagsbeschluss für einen Verbotsantrag. Aus der CDU/CSU gibt Bundeskanzler Friedrich Merz allerdings die Richtung vor. »Das riecht mir zu sehr nach politischer Konkurrenzbeseitigung«, so Merz in Die Zeit. In dieser stellt der Journalist Heinrich Wefing später die rhetorische Frage, ob der SPD »wirklich gar nichts anderes mehr« einfalle, »als ein AfD-Verbot zu fordern«. Er antwortet mit den Worten von Merz, die Sozialdemokratie gehe mit dem Verbot eine Konkurrenz an. Diese »Ersatzbefriedigung« spiegele eine Hoffnungslosigkeit wider. Dass die Hoffnung auch in einem anti-neoliberalen Turn liegt, um rechtsradikalen Tendenzen entgegenzuwirken, bleibt unerwähnt. Dies hieße: Die Umverteilung von unten nach oben ebenso zu beenden wie das Markieren von Bürgergeld­beziehenden statt Aktien- und Anlagen-Händler*innen als potenzielle Sozialbetrüger*innen oder Geflüchtete als Belastung. Von der Bundesregierung kann dies aber nicht erwartet werden.

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Nach der verschobenen Wahl für das Bundesverfassungsgericht warnten Kommentator*innen sofort vor einem aufkommenden Kulturkampf. Doch dieser Kampf läuft schon viel länger. Er schließt auch das Soziale im Kulturellen ein. Dieser Kontext wird oft vergessen. Der »neu-rechte« Publizist Karlheinz Weißmann erinnert allerdings über­deutlich, die Basis divergiere für die gesell­schaftlichen Optionen. Seit Jahren legt er in der von ihm mitverantworteten Zeitung JF dar, dass »die Linke« das »‘Reich der Notwendigkeit‘« überwinden möchte, »die Rechte« allerdings einen »instinktiven Widerwillen« gegen dieses Aufbegehren gegen »Tradition« und Historie verfolge. »Rechts und Links« – so Weißmann in der JF im Juni – sei eine »Notwendigkeit« der »politischen Unterscheidung«. Im Interview hebt er zudem hervor, dass die Konservativen diese »Front klären« sollten, da der »Zugang zur Wirklichkeit« auch die »Durchschnittsmenschen« noch mehr erreichen könnte. Diese Kampfansage scheinen viele Politiker*innen und Publizist*innen nicht als Ideologiekampf wahrnehmen zu wollen. Der Betriebsablauf läuft jedoch nicht ohne Betriebsveränderung nach rechts weiter. Vermeintlich unideologisch lässt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) keine Regenbogen-Fahne über dem Reichstag wehen. Ein Akt der Entsolidarisierung von Bedrohten und sogleich ein Signal an die Bedrohenden. Die Message an die Angefeindeten: Bitte leben Sie ihren exzentrischen Hedonismus unauffällig aus, und an die Anfeindenden: Bitte sehen Sie das heterosexuelle Statement. Für Klöckner und Co. mag LGBTQ privat sein. Doch sowohl Geschlecht als auch Sexualiät sind politisch. Eine Laissez-faire-Haltung ist alleine dem »Versprechen der Demokratie modernen Typus« immanent, dass das Leben aller nach ihrer Façon impliziert. Die »Französische und Amerikanische Revolution« führten zu dieser versprochenen Hoffnung, hebt Andreas Reckwitz hervor. Der Soziologe legt allerdings in Die Zeit weiter dar, dass »die Demokratie schlapp macht«. Die Enttäuschung durch reale Verhältnisse und imaginierte Zerwürfnisse führe zu Entwertung und Entfremdung. Ihre Aufhebung kann nur eine Alternative jenseits der diesseitigen Alternative anstoßen. Wünschenswert: Die unerwünscht laute Störung des Betriebsablaufs – auch gedeckt von der Kunstfreiheit.

Hanau, 19. Februar 2020Der Anschlag in Hanau zählt zu den schwersten Terroranschlägen in der Geschichte der Bundesrepublik."Rechter Terror in Hessen" und #unsichtbarerterror sind zwei Wanderausstellungen die über die Taten und das Gedenken informieren.unsichtbarer-terror.de/hanau/

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Intro Ausgabe 218

Redaktion
Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 218 - Januar | Februar 2026

Antifa Magazin der rechte rand
Antifaschistischer Widerstand auf den Zufahrtsstraßen von Gießen. Zehntausende widersetzten sich
der neuen faschistischen Jugendorganisation der AfD.
© Roland Geisheimer / attenzione

Liebe Leser*innen,

den gemächlichen Start ins neue Jahr gibt es nicht mehr, vom Sommerloch haben wir uns ja auch schon verabschiedet. Auf der internationalen Bühne haben mittlerweile die Autoritären aller Schattierungen die Hauptrollen. Die Ergebnisse dieser Politik können täglich auf allen Kanälen betrachtet werden: der Rollback und die Abwicklung von Demokratie und Humanismus. Bei uns steht 2026 wieder ein »Superwahljahr« an – vier Landtagswahlen, drei Kommunalwahlen und Berlin wählt sein Abgeordnetenhaus. Die Partei, welche die Demokratie und Humanismus hierzulande abwickeln möchte, steht in den Umfragen glänzend da. Alle Skandale und Widersprüche, ja selbst die Einstufung des inländischen Geheimdiensts als »rechtsextrem«, scheinen der »Alternative für Deutschland« (AfD) nicht zu schaden. Was bedeutet das für uns, für Antifaschist*innen, die seit über einem Jahrzehnt warnen, mahnen, recherchieren und analysieren? Es bedeutet, den Frust zu überwinden und weiterhin eine Stimme gegen das rechte Rauschen zu sein und zu bleiben. Die Mittel und Ebenen dazu sind vielfältig. Sei es im engen Familienkreis, in der Schule, im Verein oder im Beruf. Auch im öffentlichen Raum muss der Einspruch sichtbar und hörbar bleiben. Die Proteste gegen die Gründungsveranstaltung der »Generation Deutschland« in Gießen waren da ein eindrucksvolles Beispiel unter vielen. Eine andere Möglichkeit des Engagements ist die finanzielle Unterstützung der zahlreichen progressiven Initiativen – gerade und vor allem jene abseits der westdeutschen Großstädte. Neben der Wertschätzung ihrer Arbeit ist die Unabhängigkeit von einer mehr oder weniger gönnerhaften Politik mittlerweile überlebenswichtig, –insbesondere vor dem sich am Horizont abzeichnenden Machtzuwachs für die AfD. Dieser findet nicht nur medial beim Überbietungswettbewerb in Talkshows, sondern auch bei TikTok und Instagram statt.


Politisch sind die Kräfteverhältnisse in den Parlamenten entscheidend. Dort wird auch die Forderung nach dem Verbot der AfD verhandelt. Dabei darf der Druck aus der Zivilgesellschaft nicht nachlassen. Der Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Wahlen eben nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind. Sie sind vielmehr eine Errungenschaft und ein demokratisches Handwerkszeug. Die Angriffe der Rechten, national wie international, auf die Wahlen – Änderung der Wahlkreise, Unterstellung von Manipulation, Entsendung von angeblich notwendigen Beobachter*innen, Überlegungen zum Entzug des Wahlrechts für bestimmte Gruppen und die Forderung nach Abschaffung der Briefwahl – machen das deutlich. Diese Attacken sind Ausdruck der Sorge, der Nimbus der Unbesiegbarkeit und die Zwangsläufigkeit des rechten Durchmarsches könnten gebrochen werden. Nicht ohne Grund holt sich Viktor Orbán Unterstützung von der Internationalen der extrem Rechten für die Mitte April anstehenden Parlamentswahlen. Die kürzlichen Wahlerfolge der Demokraten in den USA, die Achtungserfolge des linken Spektrums bei den dänischen Kommunalwahlen im November 2025 sind allerdings ermutigende Signale.

Für Antifaschist*innen bedeutet es, im neuen Jahr weiterhin aktiv zu sein, sich entsprechend den eigenen Möglichkeiten zu engagieren und Haltung zu zeigen. In diesem Sinne wünschen wir unseren Leser*innen alles Gute für 2026!

Eure Redaktion

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Inhalt Ausgabe 218


Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 218 - Januar | Februar 2026

antifa Magazin der rechte rand
Haltung Zeigen!

22
Es bleibt nicht einfach!
#AFDVerbot

Die AfD ist die größte Gefahr für unsere offene Gesellschaft, die Demokratie und die freiheitlich-demokratische Grundordnung und sie muss verboten werden. Punkt!
von Michael Noetzel

 


30
Linien statt Mauern
#R21

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von Andreas Speit

 


34
Angst, Korruption und Gegenwind
#USA

Wie in ihrer ersten Amtszeit schafft die neue Regierung von Donald Trump im ersten Jahr vor allem eines: Unsicherheit – von seinen Fans als Disruption gefeiert. Trump setzt erneut auf seine Präsidialmacht, um seine Politik durchzusetzen, diesmal deutlich kompromissloser.
von Carl Kinsky

 

6 Erfolgreiche Uneinigkeit #Wehrpflicht
von Marcel Hartwig

 

8 Beleidigungen, Körperverletzungen, Waffenbesitz #VorGericht
von Kai Budler

 

10 Vorbereiten aufs Regieren #Wahlen2026
von Ernst Kovahl

 

12 Aus alt mach neu #DeutscheJugend
von Kai Budler

 

14 Zwischen »Metapolitik« und Landtag #AfD&IfS
von Wolfgang Laskowski

 

16 Erfolg in Aussicht #Bayern
von Robert Andreasch

 

18 Die Südwest-AfD #BadenWürttemberg
von Lucius Teidelbaum

 

19 kurz & bündig I

 

20 Radikalisiert und erfolgreich? #RheinlandPfalz
von Andries Schwarz, Josef Müller und Oliver Peters

 

24 Scharfe Töne, stabile Umfragen #MecklenburgVorpommern
von Lisa Krug

 

26 Die Wohlstandsverwahrlosten: libertär und autoritär #MitteStudie
von Andreas Speit

 

32 Rentenversprechen statt Krapfen #Tschechien
von Lara Schultz

 

37 kurz & bündig II

 

38 »Nordbund« #Wehrsport
von Andrea Röpke

 

40 Gutgläubige Justiz #Prozess
von Arthur Baumgarten

 

42 Bühne für die Selbstinszenierung #NSU
von Sebastian Schneider und Caro Keller (NSU-Watch)

 

44 »Kultur unter Kontrolle« #Nationalsozialismus
von Lennart Onken

 

46 Rezensionen

 

 

 

Unser Titelbild zeigt, wie eine Demonstrantin fordert »Haltung zeigen« gegen die AfD und gegen Rassismus. Foto: Mark Mühlhaus / attenzione

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