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Antifa-Magazin »der rechte rand« Ausgabe 222 - September | Oktober 2026

Liebe Leser*innen,

die Zitterpartien haben ein Ende. Die Prognosen haben sich bewahrheitet. Die »Alternative für Deutschland« hat sich 13 Jahre nach ihrer Gründung als Wahlsiegerin bei Landtagswahlen etabliert und wird in Sachsen-Anhalt als Regierungsbeteiligte – in welcher Form auch immer – gehandelt. Unser Fokus muss sich dementsprechend auf jene, die im Wahlprogramm, in Reden und Kommentaren der Rechtsradikalen als Feinde markiert sind, richten. Wie kann jetzt praktische Solidarität aussehen? Was benötigen die Vereine und Einzelpersonen an ideeller und materieller Unterstützung? Und vor allem, wie treten wir dem Gewöhnungseffekt ent­gegen?

Die Wahlen haben eine große mediale Welle vor sich hergeschoben. Auch im Nachgang war das Angebot an Erklärungen und Vorschlägen für den zukünftigen Umgang mit einer Partei, die zuverlässig zwischen 35 und 45 Prozent bei Wahlen bekommt, und ihren Wählerinnen schier unüberschaubar. Darunter waren etliche kluge, aber auch viele dumme Wortmeldungen. Dumm, weil zum einen die Selbstreflektion der eigenen Rolle bezüglich einer vorgeblichen Neutralität und der selbst generierten Aufmerksamkeitsökonomie fehlten. Dumm auch, weil die Fülle der Erfahrungen der letzten beiden Jahrzehnte mit den sogenannten Rechtspopulistinnen und die sie begleitende Forschung ignoriert wurden. Das trifft auch und vor allem auf die konservativen Wahlverlierer*innen von der CDU zu. Die Partei der Einheit und »blühenden Landschaften« ist mittlerweile ein Schatten ihrer selbst und verpasste in Mecklenburg-Vorpommern den Einzug in das Landesparlament. Die Mahnungen, der Wettlauf mit den »Rechtspopulisten« sei nicht zu gewinnen – und wenn dann nur zum Preis der Selbstaufgabe, verhallten. Im Gegenteil, es bedarf offenbar keines besonderen Mutes mehr, zumindest Gespräche mit den Rechtsradikalen zu fordern. Im Rennen zwischen Hase und Igel wird der Hase immer mehr zum Igel. Selbst die Forderung nach »Remigration« von 20 Millionen Menschen, die weder einvernehmlich geschweige denn friedlich über die Bühne gehen wird, ist 80 Jahre nach Ende des Nationalsozialismus kein unüberwindbares Hindernis mehr. Der selbst erklärte »Erinnerungsweltmeister Deutschland« ist gut beraten, sich zur Selbstfindung in eine dunkle Kammer zurückzuziehen und den Rest der Welt nicht mit seinen wohlfeilen Ratschlägen und Moralpredigten zu belehren. Wir, das ist die Zivilgesellschaft mit all ihren Milieus und Facetten, werden weitermachen, enger zusammenrücken und uns weder verbieten noch verbiegen.

Antifa Magazin der rechte rand
© Mark Mühlhaus / attenzione

Am 18. August fand die Beisetzung von Alexander Häusler statt. Die Nachricht von Alex’ Tod hat uns tief getroffen und traurig gemacht. Wir – das antifaschistische Magazin der rechte rand – waren über Jahrzehnte mit ihm im Austausch. Auch wenn er in erster Linie der Zeitschrift lotta verbunden war, hat er Zeit für uns gehabt – als Autor und Interviewpartner. Wir haben ihn als umgänglichen und herzlichen Menschen kennengelernt und seine Ansichten und Analysen geschätzt. Mit Alex verlieren wir einen antifaschistischen Mitstreiter, der stets für Menschlichkeit und Solidarität eingestanden ist. Alex wird nicht vergessen!
Eure Redaktion


CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt sind schäbig.Sie wählen heimlich AfD-Faschisten. Tun unschuldig gegenüber den Wähler*innen. Merz murmelt False-Flag-Aktion. Jetzt wollen sie kindergartenmäßig den Saal verlassen bei der MP-Wahl. Nur Heuer, der mit Oberfaschist Siegmund zusammen zuletzt lacht, bleibt.

— #AntifaMagazin der rechte rand (@derrechterand.bsky.social) 2026-10-22T09:51:07.417Z