Donald Trump, die »Tea Party« und die »Republikaner«

von Lawrence Rosenthal

Magazin »der rechte rand« - Ausgabe 161 - Juli 2016

Annäherung an Europas Rechte

Bei den Vorwahlen auf dem Parteitag in Cleveland wurde Donald Trump am 20. Juli als republikanischer Präsidentschaftskandidat nominiert. Eine »Republikanische Partei« trumpscher Prägung ähnelt weniger der von der Reagan-Zeit geprägten Partei der letzten 35 Jahren als den einwanderungsfeindlichen Parteien der extremen Rechten und des Rechtspopulismus in Europa, die zum Teil an Regierungen beteiligt sind, wie es in Ungarn und Polen der Fall ist. Diese Parteien haben rassistische Ressentiments genutzt, um sich als Opposition gegen »die da oben« zu gerieren. Die »Lega Nord« in Italien, der »Front National« in Frankreich, die »UK Independence Party« in Großbritannien oder die »Partij voor de Frijheid« in den Niederlanden haben beispielsweise nie die Idee eines freien Marktes vertreten, die bisher die Grundfeste republikanischer Identität und Ideologie gewesen war – das ‹sine qua non› des amerikanischen Konservatismus.

Sollte also Trumps »Republikanische Partei« allen Widrigkeiten trotzen und die Wahl gewinnen, wird sie zukünftig das neue Gesicht der »Republikaner« sein. Verlieren Trump und die »Republikaner« und werden vor allem ein großer Teil der weniger relevanten KandidatInnen abgehängt, könnte der Partei eine innere Zerreißprobe bevorstehen, wie sie die amerikanische Politik seit der Krise über die Abschaffung der Sklaverei, die vor 160 Jahre zur Gründung der »Republikanischen Partei« und dem amerikanischen Bürgerkrieg geführt hat, nicht mehr gesehen hat.

Dr. Lawrence Rosenthal ist Vorsitzender und Leiter des »Berkeley Center for Right-Wing Studies« der Universität Berkeley/Kalifornien. Übersetzung durch »der rechte rand«.