Hofberichterstattung

von Volker Weiß

Magazin "der rechte rand" Ausgabe 167 - Juli 2017

Die »Junge Freiheit« (JF) kann als das inoffizielle Parteiorgan der »Alternative für Deutschland« (AfD) gesehen werden. »Wer die AfD verstehen will, muss die ›Junge Freiheit‹ lesen«, zitiert das Schweizer Branchenblatt »Medienwoche« den AfD-Parteivorstand Alexander Gauland. Diese Hinwendung der Zeitung zur AfD war nicht verwunderlich. Seit Jahren bemühte sich die Redaktion, die Gründung einer Rechtspartei nach Vorbild der »Freiheitlichen Partei Österreichs« zu fördern. Mit ihr sollte der eigenen Klientel die politische Heimat geboten werden, nachdem sie sich von den Unionsparteien zunehmend entfremdet hatte. Dabei ist es stets Teil des Kalküls, letztere von rechts unter Druck zu setzen. Die Strategie scheint aufgegangen, heute pflegen die junge AfD und das 1986 gegründete traditionelle »Mutterschiff« der »Neuen Rechten« eine nahezu symbiotische Beziehung. Die JF hat die Partei seit ihrer Gründung wohlwollend begleitet, stand für parteiinterne Debatten zur Verfügung und war von der harschen Ablehnung, auf die JournalistInnen sonst bei der Partei stießen, nie betroffen. »Lügenpresse«, das waren stets die anderen. Unter dieser Prämisse beackerte die JF den schwierigen Markt der Printmedien erfolgreich und erschloss sich die AfD-Wählerschaft als LeserInnen. Im Windschatten von Thilo Sarrazin, PEGIDA und AfD verstand sie es so, inmitten eines scharfen Konkurrenzkampfes der Zeitungsbranche Terrain gutzumachen. Die einschlägigen IVW-Analysen zur Marktaufstellung von Printmedien verzeichnen kontinuierliche Absatzsteigerungen. Mit Verweis auf die Daten meldete die Zeitung im Januar 2016 eine Steigerung ihrer verkauften Auflage »im vierten Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,7 Prozent auf 28.372 Exemplare.«

Von Anfang an dabei
Das enge Zusammengehen der rechten Traditionszeitung mit der neuen Partei hatte sich schon früh abgezeichnet. Schon im Mai 2012 interviewte die Zeitung Parteigründer Bernd Lucke, der mit einem »Bündnis Bürgerwille« erste Mitstreiter gegen den Euro-Rettungsschirm um sich versammelte. Sie setzte damit ihre Ablehnung gegen die europäische Währungsunion fort, die bereits in den 1990er Jahren zu ihrer Unterstützung des rechtspopulistischen »Bund Freier Bürger« geführt hatte. Den Gründungsprozess der AfD 2013 begleitete die Zeitung mit offener Begeisterung und verzichtete auf jede professionelle Distanz. Die Artikel bejubelten eine »Parteigründung auf der Überholspur« (JF 14/13) und